Martin Wolf: Wahlleiter informiert über aktuelle Situation

Pfaffenhofen (intv) In der Haut des Pfaffenhofener Wahlleiters Heinz Taglieber möchte zur Zeit wohl keiner stecken. Denn obwohl Landrat Martin Wolf vor kurzem mit absoluter Mehrheit wieder gewählt wurde, ist derzeit unklar, ob er das Amt in Zukunft auch ausführen kann. Denn das Landratsamt konnte den Politiker nach seinem Motorradunfall noch nicht über seine Wiederwahl informieren. Eine sehr schwierige und noch nie da gewesene Situation, über die sich der Wahlleiter heute erstmals in einer Pressekonferenz geäußert hat. Dort wird schnell klar: Eine rechtliche Grundlage für diesen Fall gibt es nicht. Die Entscheidung liegt nun bei den Mitgliedern des Wahlausschusses, die auf sich selbst gestellt sind. „Das sind die vier Mitglieder des Wahlaausschusses und der Wahlleiter als Vorsitzender. Natürlich wollen wir dafür eine rechtssichere Grundlage, dass der Wahlausschuss sagen kann, ok, Martin Wolf ist geschäftsfähig und in der Lage, die Wahl anzunehmen, oder eben nicht“, so Wahlleiter Heinz Taglieber. Deshalb hat der Wahlleiter auch ein Gutachten zum Gesundheitszustand von Wolf angefordert, das das Amtsgericht Pfaffenhofen allerdings abgelehnt hat. Der Optimalfall wäre, wenn der Wahlleiter den Landrat in den nächsten Tagen persönlich informieren könnte. Das sei Heinz Taglieber bisher aber noch nicht gelungen, obwohl er es täglich versucht habe. Das Problem: Wenn Wolf die Wahl nicht rechtzeitig annimmt, sieht das Wahlrecht eigentlich eine Neuwahl innerhalb von drei Monaten vor – bis 31. Juli ist er allerdings noch offiziell gewählter Landrat. Falls ein Gutachter doch eine Geschäftsunfähigkeit feststellen würde, käme ein Betreuer ins Spiel. Trotz allem steht aber eigentlich nur eins im Mittelpunkt: Der Gesundheitszustand von Martin Wolf und vor allem, dass es ihm ganz bald wieder besser geht.