„March against Monsanto“ erstmals auch in Ingolstadt

Ingolstadt (intv) „Beherrsche die Nahrung und du beherrscht den Menschen“. Dieses Zitat von Henry Kissinger hat sich das amerikanische Saatgutunternehmen „Monsanto“ dessen Kritikern nach quasi zu eigen gemacht. Der Weltmarktführer für Saatgut würde Bauern abhängig machen, die Lebensmittelbranche kontrollieren und Saatgut genetisch manipulieren. Am Samstag wurde deshalb in 400 Städten weltweit zum dritten Mal der sogenannte „March against Monsanto“ abgehalten. Von den 13 in Deutschland beteiligten Städten war Ingolstadt in diesem Jahr zum ersten Mal dabei. Noch stoßen Saatguthersteller wie Monsanto in Deutschland beim Anbau gentechnischer Produkte auf Einschränkungen. So gibt es die sogenannte Abstandsregel. Diese bewähre sich den Kritikern nach in der Praxis aber nicht. Wie uns Eva Bulling-Schröter, die Bundestagsabgeordnete der Linken, erzählte, halten die Pflanzen den Abstand nicht ein. Finden die Genpflanzenhersteller dann eine genetisch veränderte Pflanze auf den Feldern der anderen Bauern, verklagen sie diese, obwohl diese dafür nichts können, da die Pflanzen sich selbst verbreitet haben.

Kommt das derzeit diskutierte Freihandelsabkommen TTIP zwischen den USA und Europa zustande, würde dies Unternehmen wie Monsanto Tür und Tor öffnen, so die Kritiker. Chlorhähnchen seien dann noch das Harmloseste, was uns erwarten würde. Eva Bulling-Schröter erzählte auf der Veranstaltung, dass es bei dem Abkommen darum ginge, auf Profite zu klagen und dies vor keinem normalen Gericht. Länger könnten von Firmen verklagt werden, weil diesen durch beschlossene Gesetzte Profite entgingen. So würde zum Beispiel Australien derzeit von Tabakherstellern verklagt werden, weil die Warnhinweise auf den Verpackungen der Zigaretten ihren Umsatz schmälern. Arme Länder könnten durch solche Klagen in den Ruin getrieben werden, so Bulling-Schröter. Eine Folge des Abkommens wäre, dass Schutzgesetzte nicht mehr erlassen werden, aus Angst vor einer Klage. Europäische Standards, auch im Bezug auf Gen-Food, würden durch das Freihandelsabkommen aufgeweicht werden. Monsanto könnte so durchsetzten, seine gentechnisch erzeugten Lebensmittel ungekennzeichnet auf den deutschen Markt bringen zu dürfen. Die Bürger wurden daher am Samstag zum Boykott von Waren und Lebensmitteln aufgerufen, in denen Produkte von Monsanto stecken.

Firmen wie Monsanto Einhalt gebieten können wohl nur die Politiker. Die Bürger haben ihre Meinung dazu durch den weltweiten Protest am vergangenen Samstag jedenfalls deutlich klar gemacht.