Marathonsitzung im Stadtrat

Ingolstadt (intv) Es war eine echte Marathonsitzung im Ingolstädter Stadtrat, bei der die Politiker viel Sitzfleisch beweisen mussten. 27 Punkte standen gestern auf der Tagesordnung. Einige davon sorgen seit Monaten für Diskussionsstoff – nicht nur unter den Politikern, sondern auch unter den Bürgern. Da wäre zum Beispiel die Klinikumsaffäre, bei der der Aufsichtsrat immer mehr in den Mittelpunkt rückt.

Die Opposition fordert mehr Transparenz und hat gestern im Stadtrat die entsprechenden Anträge dazu gestellt. Zur Klinikumsaffäre hat Oberbürgermeister Christian Lösel sowie zwei extern beauftragte Rechtsanwälte gestern noch einmal öffentlich Rede und Antwort stehen müssen. Die Opposition hatte zwei Fragenkataloge erstellt, um Klarheit in die Geschäfte des früheren Klinikum-Geschäftsführers Heribert Fastenmeier und Alt-OB Alfred Lehmann zu bringen. Ein Thema, das nicht nur die Stadträte interessiert – die Zuschauerränge waren so voll wie schon lange nicht mehr.

Etwas unspektakulärer hingegen verlief der Beschluss zum Neubau der Kammerspiele. Die Stadträte haben das 30 Millionenprojekt einstimmig abgesegnet. Die Kammerspiele sollen als Ersatzspielstätte während der Sanierung des Stadttheaters dienen. Favorisierter Standort für das neue Gebäude: Direkt neben dem bestehenden Theater. Eine große Herausforderung für die Architekten. Ob der ausgewählte Standort für die Kammerspiele auch wirklich geeignet ist, soll deshalb eine Machbarkeitsstudie zeigen.

Über einen Punkt auf der Tagesordnung haben sich gestern vor allem Häuslebauer gefreut. Südlich von Haunwöhr entsteht ein neues Baugebiet, das insgesamt rund 3 Hektar umfasst. Bis zu 85 Grundstücke kann die Stadt hier ausweisen.