Manipulierter Einsatzbericht: Neun Monate Haft auf Bewährung

Ingolstadt (intv) Gestern endete der Berufungsprozess gegen einen 39-jährigen Polizisten der Inspektion Ingolstadt. Er war wegen gefährlicher Körperverletzung im Amt und Verfolgung Unschuldiger angeklagt. Am 26. Juli 2013 kam es am Ingolstädter Hauptbahnhof zu einer Konfrontation von mehreren Polizisten und Bamberger Fußballfans. Der angeklagte Polizist benutzte seinen Schlagstock gegen einen Mann. In seinem Einsatzbericht behauptete er, von diesem in den Rücken getreten und mit einem abgebrochenen Bierflaschenhals bedroht worden zu sein. Gegen den Fußballfan war deshalb ein Verfahren wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung eingeleitet worden. Ein später aufgetauchtes Handyvideo belegte jedoch nur den heftigen Schubser, der Angriff mit dem Flaschenhals war somit offensichtlich erfunden. Im ersten Verfahren war der Polizist zu einer Bewährungsstrafe von 16 Monaten verurteilt worden. Im Berufungsprozess wurde die Strafe auf neun Monate reduziert. Trotz des milderen Urteils muss der Polizist mit disziplinarrechtlichen Konsequenzen rechnen.