Manege frei: Diskussion um Wildtierverbot für Zirkusse im Ingolstädter Veranstaltungsausschuss

Ingolstadt (intv) Raubkatzen springen durch Feuerringe, Pferde tanzen und Elefanten stolzieren prächtig durch die Manege. Circus Krone ist für seine Tiernummern weltbekannt. Ab 2019 möchte der Zirkus fünf Weihnachten in Folge auf dem Ingolstädter Volksfestplatz gastieren. Dem steht die Forderung nach einem Wildtierverbot für Zirkusse auf städtischen Flächen entgegen. Ein Thema, dass auch schon auf Bundesebene für Diskussionsstoff sorgt. Gestern (04.07.2018) hieß es für den Ingolstädter Veranstaltunsausschuss: Manege frei!

Zu diesem Zeitpunkt wissen die Stadträte noch nicht dass nur wenige Stunden später ein Elefant bei der Premierenvorstellung des Circus Krone in Osnabrück in die Zuschauerreihen stolpern würde, sonst wäre der Vorfall sicher auch Bestandteil der Wildtierdebatte geworden. Die Position der Stadt und des Kulturreferenten ist ganz klar: Der Circus soll kultureller Anziehungspunkt mit traditionspotenzial sein und die Innenstadt beleben. Die Fraktionsvertreter von FDP und Grünen bemängeln die Tierhaltung bei Zirkussen. Für Tierschützer Karl Ettinger ist das Wildtierverbot ein Muss. Auf der anderen Seite genießt der weltbekannte Circus Krone einen guten Ruf, so auch bei der Stadtverwaltung. Kontrollen bei vergangenenen Auftritten verliefen nahezu reibungslos. Und schließlich spreche man nicht von Circus Brumbach und Co, so Franz Liepold von der CSU. Er möchte die Umstände direkt vor Ort ansehen und lädt seine Stadtratskollegen dazu ein.

CSU, BGI und SPD Vertreterer sind sich bei folgendem Argument einig: Ein bundesweites Wildtierverbot könnte die Institution Zirkus vorallem aus finanziellen Gründen zerstören. Sabine Leiß (SPD) ist grundsätzlich gegen Wildtiere im Zirkus. Ihr ist es aber lieber, wenn die Tiere hier in Deutschland noch hin und wieder auftreten, anstatt vom Zirkus nach Länder verkauft zu werden, in denen der Tierschutz keine so große Rolle spielt wie in Deutschland.

Ein weiterer Streitpunkt.: Die Vertragslänge mit Circus Krone. Für den Grünen Christian Höbusch und den freien Wähler Hans Stachel sind fünf Jahre zu lange, weil laut Stachel damit der Wettbewerb ausgeschlossen werde und derselbe Zirkus von Jahr zu Jahr an Attraktivität verliere.

Für die regelmäßige Zirkus-Besucherin Brigitte Fuchs (CSU) ist das unverständlich. Sie wirft der Runde vor: „Circus Krone wechselt jährlich sein Programm! Bei solchen Aussagen merke ich, dass ihr gar nicht in den Zirkus geht, sonst wüsstet ihr das!“ Fraktionskollege Liepold befürwortet die Vertragsdauer. Schließlich seien die Vorbereitungen für das Weihanchtsspektakel so kostspielig, dass Krone die finanzielle Absicherung brauche.

Das Argument, dass der Zirkus ausgerechnet in der Vorweihnachtszeit die Hälfte der Volksfestplatzparkplätze blockiert, wurde von der Mehrheit abgeschmettert. Schließlich sei die problematische Parkplatzsituation in Ingolstadt eine andere Baustelle. Auch wenn gestern Nachmittag nicht abgestimmt wurde, sieht es aus als gäbe es ab 2019 einen Weihanchtscircus in Ingolstadt. Ein Datum gäbe es dafür auch schon: Von 19.12.2019 bis 06.01.2020 können Sie sich das Programm des ersten Weihnachtscircus Krone in Ingolstadt ansehen. Gesperrt wäre  dafürder halbe Volksfestplatz schon ab 09.12.2019.  Eine endgültige Entscheidung wird frühestens bei der nächsten Stadtratssitzung in drei Wochen zu erwarten sein.