Manching ist jetzt „AN-K-E-R“-Zentrum

Manching (intv) Es ist ein Punkt aus Innenminister Seehofers Aktionsplan: Ab heute ist das Transitzentrum in Manching offiziell ein so genanntes Ankerzentrum. Der Name Anker hat aber nichts mit dem Anker eines Schiffes zu tun. Es ist eine Abkürzung für so sperrige Begriffe wie Ankunft, kommunale Verteilung, Entscheidung und Rückführung. Wir erklären, was sich dadurch in Manching ändert.

Manching ist eines von sieben bayerischen so genannten Ankerzentren. Dort sollen die Asylverfahren für die geflüchteten Menschen schneller bearbeitet werden. Das heißt, dort sind alle Behörden vertreten, die daran beteiligt sind: Also das BamF, Ausländerbehörden, Ärzte, Arbeitsagentur oder Jugendamt. Ziel ist es, abgelehnte Flüchtlinge direkt aus dem Ankerzentrum abzuschieben. Wer bleiben darf, kann von dort aus wie bisher direkt auf die Kommunen verteilt werden.

Kritiker werfen dem Innenministerium vor, die bestehende Einrichtung nur umzubenennen. Außerdem befürchten sie in den Zentren Probleme durch eine Ghetto-Bildung. In der Max-Immelmann Kaserne in Manching und den drei Außenstellen in Ingolstadt fnden über 2000 Menschen Platz. Obwohl das mehr sind, als die vom Bund angedachten 1000 bis 1500 Plätze, wird die Erstaufnahmeeinrichtung aus München nach Manching verlegt.