Maikundgebung in Ingolstadt

Ingolstadt (intv) 2014 ist das Jahr wichtiger Weichenstellungen für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. So wurde der Mindestlohn beschlossen und es ist das Jahr der Betriebsratswahlen. Doch die Freude darüber ist beim Deutschen Gewerkschaftsbund getrübt. Ausnahmen beim Mindestlohn, zum Beispiel für junge Menschen unter 18 Jahren, darf es laut DGB nicht geben. Und auch die Rechte der Betriebs- und Personalräte müssen weiter gestärkt werden. Zum heutigen „Tag der Arbeit“ hat der DGB in Ingolstadt daher wieder zur jährlichen Maikundgebung aufgerufen. „Gute Arbeit. Soziales Europa“ war eines der zentralen Themen der Veranstaltung. So wurden vor allem vergleichbare Arbeitsbedingungen und Maßnahmen gegen die Jugendarbeitslosigkeit in Europa gefordert. Der erste Mai war für die Gewerkschaften aber nicht nur ein Tag der Forderungen, sondern auch eine Gelegenheit, um die eigenen Erfolge zu feiern. Der Mindestlohn sei, so ver.di Landesbezirksleiterin Luise Klemens, trotz der vom DGB kritisierten Ausnahmen für Jugendliche unter 18 Jahre und Langzeitarbeitslose, dennoch als Erfolg zu werten, für den die Gewerkschaften jahrelang gekämpft hätten und den es ohne diese nie gegeben hätte. Und auch die Mitgliederentwicklung in den Gewerkschaften sei ein Grund zu feiern, so Klemens, da diese immer weiter wachsen würden. Ein Grund zu feiern war die Maikundgebung auch für Christian Lösel. Seine heutige Rede war seine erste offizielle Amtshandlung als Ingolstadts neuer Oberbürgermeister. Das Thema Arbeit läge sowohl ihm als auch der Stadt sehr am Herzen, so Lösel. Dies zeige sich unter anderem an der aktiven Wirtschafts- und Arbeitsmarktpolitik der Stadt Ingolstadt. Es sei besonders wichtig, dass alle Bürger nicht nur eine Arbeit hätten, so der Oberbürgermeister, sondern auch eine Entlohnung dafür bekommen, von der sie auch leben können. Deshalb habe er schon vor Jahren die Einführung eines Mindestlohnes befürwortet und freue sich darüber, dass dies 2015 nun tatsächlich der Fall sein wird. Ein weitere Redner war Alexander Formann, der für die DGB-Jugend gesprochen hat. Diese setzt sich für eine gute Ausbildung und gute Arbeitsbedingungen für Jugendliche in ganz Europa ein.