Machtwechsel in Kösching

Kösching (intv) Einige Köschinger SPD-Politiker hatten gestern wohl doch eine leise Vorahnung. Nicht um sonst haben sie bereits zwanzig Minuten vor Schließung der Wahllokale die Danke-Schilder an die Plakate angebracht. Kandidatin Andrea Ernhofer war sich allerdings alles andere als sicher über den Ausgang der Wahl. Als um 18 Uhr die Auszählung begann, war ihr die Anspannung ins Gesicht geschrieben. Um so erleichterter zeigte sie sich, als 40 Minuten später endlich das Ergebnis feststand. Ernhofer holte knapp 58 Prozent der Stimmen und wurde neue Bürgermeisterin von Kösching. Die Parteianhänger waren vollkommen aus dem Häusschen. Für Ernhofer steht ein kompletter beruflicher Umbruch an, denn sie war 20 Jahre lang Mittelschullehrerin in Wolnzach. Ein kompletter Umbruch steht auch für den unterlegenen Kandidaten Maximilian Schöner an. Er war 12 Jahre lang an Köschings Rathausspitze. 2008 konnte er noch mit 72 Prozent der Stimmen überzeugen, vor zwei Wochen ist er auf 39 Prozent gefallen. Viele Köschinger waren mit seiner umstrittenen Baulandpolitik unzufrieden, er selbst spricht von einer Hetzjagd auf ihn und seine Familie. Während Schöner der Kommunalpolitik in Kösching den Rücken kehrt, freut sich Ernhofer auf die Herausforderungen, die in den kommenden sechs Jahren auf sie zukommen. Die Mehrheit der Köschinger wollten einen Wandel und diesen Wandel haben sie auch durchgesetzt.