Lukas Dietz im Porträt

Ingolstadt (intv) Stellen Sie sich vor, Sie tun sich schwer die Mimik und Gestik anderer Menschen zu deuten und wirken dadurch oft unsicher und ungeschickt im Gespräch mit anderen. Asperger-Syndrom nennt man dieses Handicap, ein Form von Autismus. Ein junger Mann aus Ingolstadt lässt sich von dieser Einschränkung keine Steine in den Weg legen und zeigt, dass mit Ehrgeiz und viel positiver Energie alles möglich ist.

Lukas Dietz ist 20 Jahre jung, lebt in Gerolfing und er hat das Asperger-Syndrom. Im Stadttheater Ingolstadt absolviert er seine Ausbildung zur Fachkraft für Veranstaltungstechnik. Seit Juni ist diese abgeschlossen und Lukas ist überglücklich. Wegen seines Handicaps, war es nicht immer leicht für den 20-Jährigen. „Am Anfang war es schwer, mich in einem komplett neuen Umfeld zurechtzufinden. Meine Kollegen hier im Theater sind aber sehr nett. Da ist mir das dann leichter gefallen.“, erzählt Lukas.

2012 macht Lukas ein Praktikum im Stadttheater. Jochen Reichler, technischer Leiter im Theater, ist hochzufrieden mit dem freundlichen und talentierten jungen Mann. Da Lukas kein Abitur hat, beantragt Reichler bei der Agentur für Arbeit ein sogenanntes Qualifizierungsjahr. Das ist im Grunde wie ein Praktikum. So lernt Reichler den Gerolfinger und sein Handicap noch besser kennen.

Während seiner Ausbildung erhält Lukas eine Förderung von der Arbeitsagentur, speziell für Menschen mit Handicap. Seine Lehre meistert er mit Bravour und ist jetzt fest am Theater angestellt. Er baut das Bühnenbild auf, stellt Licht und Ton ein. Technik faszinierte ihn schon immer. Das kommt so gut an, dass sogar die Künstler gezielt nach dem 20-Jährigen fragen. Lukas fühlt sich jedenfalls sehr wohl im Stadttheater. Er hat seine Berufung gefunden.