Leonhard Stärk an Kicker und Rednerpult: BRK-Chef in Pfaffenhofen

Pfaffenhofen (intv) Eigentlich waren sie schon auf dem Heimweg. Da kam über Funk der nächste Notfall rein. Auf dem Weg dorthin verunglückte am 23. März ein Rettungswagen in Oberfranken selbst. Eine Autofahrererin war plötzlich nach links abgebogen, obwohl der Rettungswagen mit Martinshorn und Blaulicht gerade dabei war, sie zu überholen. Die 52-jährige Frau wurde dabei schwer verletzt, die Fahrer des Bayerischen Roten Kreuzes leicht. Immer öfter passieren solche Unfälle, schildert BRK-Landesgeschäftsführer Leonhard Stärk bei seinem Besuch in Pfaffenhofen. Das liege nicht nur am zunehmenden Verkehrsaufkommen. Manche Autofahrer seien auch nicht besonders rücksichtsvoll. Der Fall des Neuburger Notarztes Alexander Hatz ist allen Haupt- und Ehrenamtlichen noch in Erinnerung. Auch wenn die Justiz hier zugunsten des Mediziners entschieden hatte – die Angst vor juristischen Konflikten fährt immer öfter mit. Dabei sitzen viele Menschen ehrenamtlich im Einsatzfahrzeug. Das ist sogar vorgeschrieben. 20 Prozent der Einsätze beim BRK müssten so abgewickelt werden, historisch begründet. Der Kreisverband Pfaffenhofen nur etwa 17 Prozent erreicht, bayernweit sind es 16 Prozent. Leonhard Stärk macht dafür im Interview mit intv die Leistungsverdichtung und gewachsenen belastungen für Rettungssanitäter verantwortlich. Die werden auch bei der Bilanz der Rettungsdienstleiterin deutlich. Anita Blank-Burghard erläutert bei der Jahresversammlung, dass der Kreisverband Pfaffenhofen 2014 mehr als 15.000 Einsätze geleistet hat. Das sind im Durchschnitt 43 Einsätze am Tag. Trotz solcher harten Fakten beweist der Landesgeschäftsführer Humor. Nicht nur als er den Kreisvorsitzenden Hans Koziel zum Kicker herausfordert.