Lebensretter im Visitenkartenformat

Ingolstadt (intv) In Deutschland sind im vergangenen Jahr so wenige Organe gespendet worden, wie schon seit 20 Jahren nicht mehr. Auch wenn in Bayern die Zahl angestiegen ist. Bei uns gilt: jeder kann Organe spenden, wenn er das schriftlich selbst entschieden hat. Dazu gibt es den Organspendeausweis.

Solange die Organe in einem guten Zustand sind, können sie noch Leben retten. Es geht also um das biologische Alter. Das ist nur ein Aspekt, den viele vielleicht gar nicht wissen. Angelika Grünes ist Transplantationsbeauftragte am Ingolstädter Klinikum. In ihrer Funktion kümmert sie sich um die Organentnahmen am Klinikum, im vergangenen Jahr waren das fünf Fälle. Aber sie will auch aufklären.

Rund 80 Prozent der Deutschen sind für eine Organspende, aber nur jeder Vierte hält dies auch in einem Organspendeausweis fest. Der Ausweis mit den lebensrettenden Informationen ist im handlichen Visitenkartenformat,  damit er gut in den Geldbeutel passt. Darauf stehen Name, Adresse und Geburtsdatum. Auf der Rückseite kann jeder angeben, ob er Organe spenden will. Der Spender kann gezielt angeben, welche Organe er spenden will. Mit dem Ausweis kann man einer Organspende auch widersprechen oder die Entscheidung einer anderen Person übertragen.

Wenn kein schriftlicher Wille des Patienten über eine mögliche Organspende vorliegt, entscheiden die Angehörigen. Das kann eine große Belastung sein, findet die Ärztin Angelika Grünes.

In Deutschland ist der Hirntod die Voraussetzung für eine Organspende, das Herz muss also noch schlagen.

Angelika Grünes hofft, dass sich jeder Mensch Gedanken macht, was mit ihm nach dem Tod passieren soll. Ein anderes Leben retten ist für die Ärztin eine schöne Vorstellung.

Weitere Infos zum Thema Organspende finden Sie auf http://www.organspende-info.de. Dort können Sie sich einen Organspendeausweis zuschicken lassen. Die Ausweise liegen auch an verschiedenen öffentlichen Stellen aus. Die Krankenkassen verschicken ihn auch regelmäßig.