Lebensmittelpunkt für Menschen mit Behinderung

Ingolstadt (intv) Franz Finkenzeller lebt seit 15 Jahren im Hollerhaus. Er kann nicht sprechen und auch seine motorischen Fähigkeiten sind eingeschränkt. Seine Behinderung ist die Folge einer Hirnhautentzündung, mit der er als Jugendlicher zu kämpfen hatte. Seine Lebensfreude hat sich der 57-Jährige deswegen aber nicht nehmen lassen und auch die Kommunikation klappt ganz gut. Um sich auszudrücken, benutzt Finkenzeller einen sogenannten „Light Writer“, ein Gerät, bei dem er ganze Sätze eingeben und ansagen lassen kann. Für ihn ist das ein lebensnotwendiges Instrument, da es die einzige Möglichkeit ist, mit anderen zu sprechen. Der Light Writer ist nur eines von vielen Kommunikationsmitteln, die im Hollerhaus benutzt werden. Der Arbeitskreis „Unterstützte Kommunikation“ unter Leitung von Elke Machacek beschäftigt sich mit diesen technischen Hilfsmitteln. Einmal pro Woche treffen sich Betreuer und Bewohner, um die Kommunikationsfähigkeit jedes Einzelnen zu verbessern. Der Arbeitskreis war aber nur ein Thema, das gestern beim jährlichen „Hollerabend“ im Mittelpunkt stand. Geschäftsführer Reinhard Mußemann nutzte die Gelegenheit, um sich bei allen Spendern und Unterstützern zu bedanken. Gleichzeitig verdeutlichte er, wie die Spendengelder genutzt werden, zum Beispiel für das „Inklusive Wohnen“ in der Gaimersheimer Straße. Ein Projekt, bei dem sowohl Menschen mit als auch ohne Behinderung in einem Gebäude wohnen. Seit 2012 seien die Spendengelder allerdings enorm zurück gegangen, so Mußemann. Das ist ein großes Problem für das Hollerhaus, das auf finanzielle Unterstützung angewiesen ist. Denn am Ende kommen die Spenden immer den Menschen zu Gute. So wie Franz Finkenzeller, der seine Behinderung angenommen hat und im Hollerhaus sein ganz eigenes, selbstbestimmtes Leben führt.