Lebenslange Freiheitsstrafe: Urteil gegen Reichsbürger aus Georgensgmünd

Nürnberg / Georgensgmünd (intv) Sie erkennen die Bundesrepublik Deutschland nicht als Staat an, auch nicht Behörden oder Gerichte. Die sogenannten „Reichsbürger“. Im Oktober letzten Jahres schießt ein mutmaßlicher Reichsbürger in Georgensgmünd bei Weißenburg bei einem Polizeieinsatz in seinem Haus auf einen SEK-Beamten. Der Polizist stirbt. Heute hat das Landgericht Nürnberg das Urteil im Mordprozess gegen den Schützen gesprochen.

Das Landgericht Nürnberg-Fürth hat den 50-Jährigen mutmaßlichen Reichsbürger heute wegen Mordes und versuchten Mordes verurteilt. Genau wie den Prozessauftakt hat großes mediales Interesse auch die Urteilsverkündung begleitet.

Das Gericht sieht es als erwiesen an, dass Wolfgang P. mit dem SEK-Einsatz in seiner Wohnung rechnete. Als er die Schüsse abgab, sei ihm bewusst gewesen, dass mehrere Polizei-Beamte vor seiner Tür standen.

Am 19. Oktober 2016 ist ein Routineeinsatz des SEK in Georgensgmünd plötzlich eskaliert. Das Sondereinsatzkommando sollte am frühen Morgen mehrere Waffen von Wolfgang P. beschlagnahmen. Plötzlich schoss der damals 49-Jährige auf die Beamten, ein Polizist stirbt. Der mutmaßliche Reichsbürger habe ihn ermordet, so sieht es das Gericht. Die Staatsanwaltschaft hatte lebenslange Haft wegen Mordes und versuchten Mordes gefordert. Sie sah Heimtücke und niedere Beweggründe – und damit eine besondere Schwere der Schuld. Die Verteidigung dagegen war der Ansicht, dass Wolfgang P. nicht wusste, dass die Polizei vor seiner Tür stand. Gegen das Urteil will die Verteidigung Revision einlegen.