Lebenslänglich für Mord an Pfaffenhofener Getränkemarktleiter

Ingolstadt/Pfaffenhofen (intv) Lebenslänglich – so lautet das Urteil der Richter am Landgericht. Mit diesem Entschluss sprechen sie den 39-jährigen Stefan S. schuldig, vergangenen Juli einen Pfaffenhofener Getränkemarktleiter aus Habgier erstochen zu haben. Im genauen Wortlaut: „wegen Mord in Tateinheit mit Raub mit Todesfolge“. Als der vorsitzende Richter Jochen Bösl das Urteil verkündet, verzieht Stefan S. keine Miene, zeigt keinerlei Regung. Einige Angehörige des Opfers brechen dagegen in Tränen aus. Laut Bösl war der Gedanke an das Geld die vorherrschende Triebkraft, es ging dem Täter um Tageseinnahmen von etwa 2.700 Euro. „Die Kammer ist zur Überzeugung gelangt, dass der Angeklagte das Opfer aus Habgier und zur Ermöglichung einer Straftat ermordet hat. Dass der Angeklagte gehandelt hat, um an die Einnahmen des Getränkemarktes zu gelangen“, erklärt Sprecher Gerhard Reicherl die Hintergründe zum heutigen Urteil. Stefan S. war mit Unterhaltszahlungen im Verzug, hatte einen Schuldenberg angehäuft und war laut Gutachten spielsüchtig. Im Getränkemarkt plante Stefan S. spontan einen Raubüberfall, doch der 62-jährige Marktleiter setzte sich mit einem Messer zur Wehr. Im anschließenden Kampf erlitt das Opfer stumpfe Gewalt gegen den Kopf und mehrere Messerstiche in den Oberkörper – drei davon tödlich. Verteidiger Peter Gietl erwägt, in Revision zu gehen: „Die Verteidigung hat auf Totschlag plädiert, das Gericht ist dem nicht gefolgt, ist von Mord ausgegangen, dementsprechend gibt es hier natürlich einen eklatanten Unterschied, der sich auch im Strafmaß entsprechend bemerkbar macht. Und das ist der Ansatz für unsere weiteren Überlegungen.“ Der Mord sei nicht von langer Hand geplant gewesen, es bestehe keinerlei Opfer-Täter-Beziehung, so die Richter am Landgericht. Eine besondere schwere der Schuld wollte das Hohe Gericht nicht feststellen. Somit ist die Prüfung einer vorzeitigen Entlassung von Stefan S. aus der Haft nach mindestens 15 Jahren möglich. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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