Lebensgefährliche Dosis – Fortsetzung im Rattengift-Prozess

Ingolstadt (intv) Am Donnerstagvormittag ging es weiter vor dem Ingolstädter Landgericht im sogenannten „Rattengift-Prozess“. Der 53-jährige Landwirt aus Wettstetten Friedrich P. muss sich wegen dreifachversuchten Mordes verantworten, er soll 2015 und 2016 versucht haben, seine damalige Lebensgefährtin und seine Eltern mit Brodifacoum, besser bekannt als Rattengift, zu vergiften. Die Dosis wäre eigentlich tödlich gewesen.

Brodifacoum senkt die Blutgerinnung – unkontrollierte Blutungen, beispielsweise in den Bauchraum oder Gehirnblutungen hätten bei der hohen Konzentration auch tödlich verlaufen können, so das toxikologische Gutachten des Sachverständigen Andreas Stöber. Die Anzeichen einer Vergiftung wurden bei den Eheleuten aus Wettstetten, den Eltern des Angeklagten, aber frühzeitig erkannt und gegengesteuert. Das rettete ihr Leben.
Ob das Gift einmalig oder übere längere Zeit verabreicht wurde, kann dagegen nicht eindeutig ermittelt werden.
Zudem wurde heute der notarielle Übergabevertrag vor Gericht verlesen. Die Eltern übergaben ihren Besitz an den 53-jährigen Landwirt, im Zusammenhang mit den Verpflichtungen eines lebenslangen Wohnrechts am Hof und einer Dauernden Last. Bei einem Verkauf zu Lebzeiten wären einige Grundstücke wieder in den Besitz der Eltern übergegangen.
Das Urteil wird für Anfang März erwartet.