Landrat Wolf klärt Weichenrieder über Asylpläne auf

Lindach (intv) Ein 16-jähriges Mädchen wird von jungen Asylbewerbern umstellt. Einer greift nach ihrem Arm und versucht sie Richtung Unterkunft zu ziehen. Die junge Frau reißt sich los, ein Mann vom Bahnhof taucht auf und die Situation entspannt sich. Diese wahre Begebenheit erzählt Landrat Martin Wolf auf der Info-Veranstaltung zum Thema Asyl in Weichenried. Danach erläutert Wolf was die Polizei dazu erklärt hat: Hätten deutsche Männer das Mädchen umzingelt und am Arm gepackt, würde dies im Polizeibericht gar keine Erwähnung finden. Vor allem in Zügen kommen solche Belästigungen sehr häufig vor. Doch seit der Sylvesternacht in Köln hat sich das Bewusstsein dafür sehr verändert. Fakten und Vorurteile wurden beim Infoabend im Ortsteil Lindach ausgetauscht. Der große Saal im Gasthof konnte gar nicht alle Besucher fassen. Hauptsorge der Bürger ist, dass ihre Umgehungsstrasse für die B 300 nicht gebaut wird. Der Bund hatte dafür Grundstücke mit drei Häusern gekauft, die für das Bauprojekt abgerissen werden sollten. Jetzt plant man in den Gebäuden Flüchtlinge unterzubringen. Die Weichenrieder befürchten, dass die Umgehungsstrasse dadurch verzögert wird. Mehr als 20 Menschen wollen die meisten Bürger hier auf keinen Fall aufnehmen.  Doch die geplante Unterkunft und die Umgehungsstrasse haben nichts miteinander zu tun, betont Bürgermeister Manfred Russer. Dafür erntet er teilweise recht laute Kritik.