Landkreis Neuburg-Schrobenhausen beruft Krisenstab ein

Neuburg/Schrobenhausen (intv) Gestern herrschte im Landratsamt Neuburg-Schrobenhausen Ausnahmezustand. Der Grund: Die Bayerische Regierung hat den Notfallplan Asyl aufgestellt, die Landkreise sind jetzt aufgefordert, weitere Unterbringungsmöglichkeiten für Asylbewerber zu finden. Im Gespräch sind bis zu 300 Flüchtlinge mehr pro Landkreis. um die Erstaufnahmeeinrichtungen zu entlasten. Landrat Roland Weigert rief kurzer Hand einen Krisenstab ein, denn nun muss schnellstmöglich eine Unterbringung für die Erstaufnahme von bis zu 300 Flüchtlingen gefunden werden. „Da der Zustrom an Asylbewerbern weiter zunimmt und die Kapazitäten gerade bei der Erstaufnahmeeinrichtung in der Bayernkaserne oder auch in Zirndorf am Limit angekommen sind, gibt es eben diesen Notfallplan der Staatsregierung. Gefordert wird ein Gebäude, wo 300 Personen untergebracht werden können, auf die Schnelle für einen Zeitraum von fünf bis sechs Wochen“, erklärt uns Thomas Assenbrunner, Pressesprecher des Landratsamtes Neuburg-Schrobenhausen im Interview.

Neuburg habe mit der Asylbewerberunterkunft auf dem Gelände der ehemaligen Lassigny-Kaserne mit etwa 480 voll besetzten Plätzen sein Soll von 2,1% stets erfüllt, so Assenbrunner. Doch diesmal gehe es nicht um eine langfristige Unterbringung, sondern um eine schnelle Entlastung der Erstaufnahmelager: „Da geht es um eine Registrierung, um eine Gesundheitsuntersuchung und von dort werden die Personen dann bayernweit verteilt.“ Bis 3. November sollen Vorschläge an die Regierung gemeldet werden. Man habe mehrere Optionen im Blick, zu Details hält sich das Landratsamt allerdings bedeckt.

Abends steht das Thema auch im Stadtrat auf der Tagesordnung, im Bezug auf die Nutzung und den Kauf des Lassigny-Areals: „Wir haben ja heute schon ein Gespräch geführt, der Herr Ralf Rick und ich bei Landrat Weigert zu diesem Thema und natürlich die allererste Frage ist: Lassigny-Gelände. Wir sollten uns darüber bewusst sein, solange nicht wir, der Landkreis und die Stadt Konzepte entwickeln können, wie die jetzt 480 und in Zukunft vielleicht auch 700 bis 800 Asylbewerber vernünftig und menschenwürdig im Landkreis untergebracht werden können, solange sollten wir Vernunft wahren“, ermahnte Oberbürgermeister Bernhard Gmehling seine Stadträte. Im Gespräch mit dem Landrat fand Gmehling jedoch auch klare Worte. Die Stadt Neuburg allein könne das nicht mehr schultern, er habe dem Landrat eine dezentrale Unterbringung ans Herz gelegt, so Gmehling.