Landgericht Ingolstadt: Überraschende Wende

Ingolstadt (intv) Hat er ausländische Mitbürger abgezockt, indem er Geld für die Verlängerung ihrer Aufenthaltsgenehmigung verlangt hat? Oder ist das Ganze nur ein großes Missverständnis? Ein Fall, der bereits in zweiter Instanz verhandelt wird. Denn der Angeklagte, damals Mitarbeiter des Ingolstädter Ausländeramtes, hatte nach seiner ersten Verurteilung im Jahr 2012 Berufung eingelegt. Der Prozess vor dem Landgericht Ingolstadt läuft bereits seit Anfang Januar und eigentlich sollte heute plädiert werden. Doch dann nahm die Verhandlung eine überraschende Wende. Gleich zu Beginn stellte Rechtsanwalt Peter Gietl einen Beweisantrag. Darin forderte er ein neurologisches Gutachten zur Klärung der Schuldfähigkeit. Außerdem sollte die psychiatrische Ärztin seines Mandanten beigezogen werden. Es ist bereits seit Längerem bekannt, dass der Angeklagte psychisch angeschlagen ist. Denn nach der ersten Urteilsverkündung Ende 2012 ist der 52-Jährige zusammen gebrochen, seitdem musste er immer wieder im Klinikum Ingolstadt behandelt werden. Damals hatte das Schöffengericht den Mann zu einem Jahr und vier Monaten Haft verurteilt. Dennoch: Oberstaatsanwalt Christian Veh zeigte sich überrascht, sowohl über Zeitpunkt als auch Inhalt des Beweisantrags. Richter Kliegl hat dem Antrag des Rechtsanwalts aber teilweise stattgegeben. So wird das Gericht die psychologische Ärztin sowie den behandelnden Landgerichtsarzt in der nächsten Verhandlung vernehmen. Nach Anhörung der beiden Sachverständigen soll dann geklärt werden, ob ein psychologisches Gutachten des Angeklagten erstellt wird. Die Verhandlung wird in einer Woche fortgesetzt.

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