Landesparteitag der AfD in Ingolstadt

Ingolstadt (intv) Ganz ohne Querelen ging auch dieser Parteitag der AfD am Sonntag im Stadttheater nicht über die Bühne. Der Parteivorsitzende Bernd Lucke versucht nach Kräften am rechten Rand der Partei aufzuräumen. So will Lucke den früheren bayerischen Landesvorstand Martin Sichert aus der Partei ausschließen. Dieser hatte mit kruden Äußerungen zum Zweiten Weltkrieg auf sich aufmerksam gemacht. Sichert wollte auf dem Parteitag am Sonntag mit rund 400 Delegierten eigentlich eine Versöhnung herbeiführen, doch das lehnte AfD-Frontmann Lucke brüsk ab. Gegen Sichert läuft aktuell ein Parteiausschlussverfahren.

Trotz aller Zwistigkeiten innerhalb der Partei gaben sich die Eurokritiker an diesem Tag in Ingolstadt selbstbewusst. Parteichef Lucke appellierte sachlich zu diskutieren. „Wir sollten uns nicht herabbegeben in die Niederungen von Ränkespielen, Querelen und Intrigen.“

Das eigentliche Hauptthema der Partei – der Euro fand auf dem Parteitag kaum Beachtung. Und doch prophezeite Parteichef Bernd Lucke: „ Die Eurokrise ist noch nicht überwunden, sie ist nur für eine Zeit mit viel Geld zugeschüttet worden.“

Die AfD buhlt um die Gunst der CSU-Wähler. Die Partei habe es sich an diesem Sonntag im Wohnzimmer der CSU gemütlich gemacht, so Landesvorstand André Wächter in seiner Rede. „Wir wollen uns jetzt ganz stark auch auf Bayern konzentrieren. Hier ein paar Duftmarken setzen für die Bevölkerung, das sie sieht: die AfD ist in Bayern angekommen. Unser Ziel ist natürlich die Landtagswahl 2018.“

Der Landesparteitag der AfD wurde von Protesten begleitet. Vor der Tür des Stadttheaters demonstrieren Vertreter des Aktionsbündnisses „Ingolstadt gegen Rechts“. Das Bündnis besteht aus Grünen, Linkspartei, Linksjugend sowie der Gruppe Lara. „Die AfD sei ein Wolf im Schafspelz“, sagt Sebastian Schuller, Sprecher der Linksjugend Ingolstadt, „komme bürgerlich rüber, verbreite aber gezielt rassistische Hetze“. „Wir wollen ein pluralistisches und freies Bayern ohne rechte Hetze.“