Kunst im Knast – vielleicht zum letzten Mal in Eichstätt

Eichstätt (intv) Es soll Ihnen den grauen Gefängnisalltag im Strafvollzug ein wenig bunter machen: Insassen der JVA Eichstätt haben an einem Kunstprojekt in Zusammenarbeit mit der Montessori Fachoberschule in Lauf an der Pegnitz teilgenommen. Auf Papier werden ihre Gefühle trotz Stacheldraht und Gitterstäbe sichtbar. Etwa 15 Häftlinge haben Bleistift und Pinsel geschwungen. Sie waren aufgefordert über das Malen die Auseinandersetzung mit sich selbst zu führen. Der 23-jährige Afgane Sina beispielsweise hat hier in der JVA zum ersten Mal in seinem Leben mit Farbe hantiert. Für uns kaum vorstellbar. Und genauso hat das Projekt auch den FOS-Schülern die Augen geöffnet. „Zum Beispiel unsere Familien wieder mehr wert zu schätzen. Viele hier kommen aus anderen Ländern und wissen nicht, wie es um ihre Familien bestellt ist.“

Die Bahnen wurden von der JVA und der FOS hin und hergeschickt und von beiden Gruppen bearbeitet. Kunstlehrerin Pia Foierl und Gefängnisseelsorger Eugen Hartleitner haben das Projekt betreut.

„Der krönende Abschluss des Anstaltslebens“, so Leitender Regierungsdirektor und JVA-Leiter Friedhelm Kirchhoff. Es könnte das letzte Kunstprojekt einer langen Tradition in den Gefängnisräumen sein. Denn die Eichstätter JVA wird ja bekanntlich in eine Abschiebehaftanstalt für Flüchtlinge umgewandelt.