Kriminalitätsstatistik 2017: Weniger Straftaten – höhere Aufklärungsquote

Ingolstadt (intv) Ob Einsatzgruppe „Schrebergarten“ oder „Tiefgarage“ – wenn die Polizei wegen sogenannter Straftaten gegen das Leben ermittelt, ist die öffentliche Aufmerksamkeit besonders hoch. Die gefühlte Sicherheit in der Bevölkerung hat in Zeiten von omnipräsenten Medien, facebook und Co aber meist nicht mehr viel mit der Realität zu tun. Denn laut der heute vom Polizeipräsidium Oberbayern Nord vorgestellten Kriminalitätsstatistik 2017 gibt es keinen Grund für übertriebene Ängste. Viele Zahlen seien durchaus positiv, was die gut 1,5 Millionen Einwohner im Norden Oberbayerns betrifft.

„Die Zahl der Straftaten insgesamt ist im vergangenen Jahr um gut drei Prozent gesunken und besonders erfreulich ist die gestiegene Aufklärungsquote von 66,5 Prozent, das bedeutet, zwei Drittel aller Straftaten wurden letztes Jahr aufgeklärt, das ist ein neuer Spitzenwert“, zieht Polizeipräsident Günther Gietl ein insgesamt klar positives Fazit.
„Negativ ist allerdings der deutlich gestiegene Ausländeranteil an den Straftaten von gut 38 Prozent und vor allem bei den Rohheitsdelikten wie Körperverletzungen ist ein Anteil von über 40 Prozent bei den Zuwanderern eine große Herausforderung. Zwei Drittel davon fanden allerdings auch in den Asylunterkünften statt“, kennt Gietl auch die Problematik der oft zu langen Asylverfahren und der Anspannungen in den Sammel- und Transitunterkünften.

Erfreulich dagegen der Rückgang bei den Einbrüchen von über 1000 Fällen auf 730 – auch ein Ergebnis der gestiegenen Sensibilisierung und Beratung der polizeilichen Fachkräfte.
Auch die Zahl der Rauschgiftdelikte hat zwar abgenommen – beim zweithöchsten Wert im Zehnjahres-Zeitraum und bei einer gleichzeitig gestiegenen Menge an sicher gestellten Betäubungsmitteln kann von einer Entwarnung keinerlei Rede sein und 14 Drogentote im letzten Jahr – natürlich jeder Einzelne einer zu viel.
In Ingolstadt ist ebenfalls ein Rückgang der Straftaten um 8,6 Prozent zu vermelden, die Aufklärungsquote von 67,1 Prozent liegt sogar noch über dem Wert des gesamten Bereichs Oberbayern Nord.