Kostet die E-Mobilität Arbeitsplätze?

Ingolstadt (intv) Audi setzt auf E-Mobilität. In sieben Jahren will der Ingolstädter Autobauer 800.000 Elektroautos verkaufen. Die Umstellung auf den einfacheren Elektroantrieb könnte allerdings Arbeitsplätze kosten. Die IG-Metall sieht in der deutschen Autoindustrie bis 2030 etwa 70.000 Stellen in Gefahr. Wir haben heute nachgefragt, ob auch Ingolstadt betroffen ist.

Mehr als 44.000 Menschen arbeiten in Ingolstadt bei Audi. Die Mitarbeiter haben eine Jobgarantie bis 2025. Diese steht auch ohne Wenn und Aber, heißt es heute vom Betriebsrat: „Im Zuge der Digitalisierung und Elektromobilität können zwar Beschäftigungsfelder wegfallen, dafür werden aber neue entstehen, die mit Audianern besetzt werden müssen, die bereits an Bord sind. Das ist eine Grundbedingung, die wir an den Angriffsplan des Unternehmens knüpfen.“

Der Audi-Betriebsrat hatte bereits im April für eine digitale Jobagentur plädiert. Dort sollen Audianer umgeschult werden, deren Tätigkeitsfelder aufgrund der Digitalisierung und der Umstellung auf Elektromobilität langfristig wegfallen. Von Stellenabbau ist bei Audi also keine Rede. Das Unternehmen investiert hingegen in Weiterbildungsmaßnahmen und holt sogar neue Experten ins Haus. „Im Rahmen unseres Strategischen Ressourcenmanagements überprüfen wir fortlaufend Bedarfe und Kompetenzprofile und passen Qualifizierungen, Recruiting und Organisation entsprechend an,“ teilte das Unternehmen intv heute schriftlich mit.

Johann Horn, erster Bevollmächtigter der IG-Metall in Ingolstadt sieht das Werk in in Ingolstadt weniger betroffen. Denn hier wird derzeit kein Motor gebaut. Der Weckruf der Gewerkschaft kam für ihn allerdings zur richtigen Zeit.

Audi selbst sieht die Zukunft noch nicht rein elektrisch. Das Unternehmen wird auch in den kommenden Jahrzehnten noch Vebrennungsmotoren entwickeln und fertigen, heißt es heute in der/einer Stellungnahme. Das klingt nicht nach einem kurzfristigen Stellenabbau aufgrund der E-Mobilität.