Konzeptkunst Parsonopolis in Pfaffenhofen

Pfaffenhofen (intv) Zwei Menschen stolpern über einen Parkplatz. Auf ihren Köpfen tragen sie silberfarbene Helme mit einer Art rechteckigen Schnabel, gut und gern 40 Zentimeter lang. Ihre Gesichter sind unter der Apparatur verborgen. Am Hinterkopf sieht man ein halbes Dutzend Kabel und Stecker. „Die sehen aus wie Aliens“, meint ein kleiner Junge, als die beiden auftauchen. Er hat Recht. Der Eindruck wird verstärkt durch ein schwarzes Kabel, etwa sieben bis zehn Meter lang, das die beiden verbindet. Am meisten irritieren ihren tapsigen Schritte. Unentwegt rufen sie sich Anweisungen zu: „Mehr rechts, jetzt gerade aus, halt, nicht so weit!“ Diese beiden

Gestalten sind Kunststudenten. Ihr Professor erklärt, dass die eine Person ihre Umgebung durch eine Kamera sieht, die im „Schnabel“ des Helms der anderen Person installiert ist. Deswegen auch die ständigen Rufe,  die beiden seien vollkommen aufeinander angewiesen, erläutert Prof. Res Ingold. Ein Sportwagenfahrer dreht um, als er die futuristisch anmutenden Personen auf dem Parkplatz sieht. „Parsonopolis“ – so heißt ein Kunstkonzept, das derzeit in Pfaffenhofen umgesetzt wird. Dabei sind auch Bienen im Einsatz – oder Küchenkräuter, die aus Blumenerdesäcken vom Baumarkt wachsen. Ein knallroter Container steht auf dem Parkplatz neben der Ilm. Farben, Werkzeug, Biertische sind darin gelagert. Das ist das Basislager für die Expeditionen durch die Ilmstadt. Die Kunststudenten und ihr Professor wollen wie Archäologen aus der Zukunft Spuren der Gegenwart aufzeigen. So manche ihrer Idee klingt freilich auch nach einer modernen Version der Geschichten des Baron von Münchhausen.