Körperverletzung mit Todesfolge: Urteilsverkündung im Franziskanerwasser-Prozess

Ingolstadt (intv) Wegen Totschlags und fünffacher Körperverletzung muss sich seit Ende Oktober 2018 ein 49-Jähriger vor dem Landgericht Ingolstadt verantworten. Erkan A. soll im Sommer 2017 in einer Obdachlosenunterkunft auf seine Lebensgefährtin so eingeschlagen haben, dass diese an einer Gerhinblutung starb. Heute, den 16.11.2018 wurde das Urteil gesprochen.

Die Gesamt-Freiheitsstrafe: Sieben Jahre und sechs Monate. Zuerst muss Erkan A. für knapp zwei Jahre in den sogenannten Vorweg-Vollzug und dann in eine Entziehungsanstalt, wo er sein Alkohol- und Drogenproblem in den Griff bekommen soll, erklärt Sibylle Dworazik, Präsidentin des Landgericht Ingolstadt: „Man hat die Hoffnung, dass der Angeklagte nach erfolgreich vollzogenem Entzug wieder zurück in das soziale Leben integriert werden kann. Deswegen wird die Freiheitsstrafe überwiegend vorne weg vollzogen.“ Die Nacht vom 4. auf 5. September 2017 hat Erkan A. mit seiner Lebensgefährtin in einer Obdachlosenunterkunft am Franziskanerwasser verbracht. Stark alkoholisiert und im Drogenrausch hätten Sie aber keinen Streit miteinander gehabt. Der Angeklagte kann sich jedenfalls an keine Gewalttaten seinerseits in dieser Nacht erinnern. Seine Schuld räumte Erkan A. aber ein. Er hat seine Lebensgefährtin oft und regelmäßig geschlagen. Das Gericht musste sich demnach überwiegend auf Zeugen und medizinische Sachverständige verlassen. Der Gerichtsmediziner hat festgestellt, dass der Tod zwischen 5 und 7 Uhr morgens eintrat. Der tödliche Schlag musste innerhalb von 12 Stunden vorher erfolgt sein. Da dem Verurteilten aber kein Tötungsvorsatz nachgewiesen werden konnte, hat das Gericht nicht auf Totschlag entschieden. Die Schuldfähigkeit ist trotz Alkohol und Drogensucht gegeben. Erkan A. hat die Kontrolle über sein Leben nocht nicht vollständig verloren. Verläuft die Entzugstherapie erfolgreich, könnte Erkan A. auch schon nach der Hälfte der Freiheitsstrafe wieder auf freien Fuß kommen.