Klinikum Ingolstadt äußert sich im Fall Fastenmeier

Ingolstadt (intv) Der Tod des früheren Klinikumsgeschäftsführers Heribert Fastemeier in der Untersuchungshaft schlägt in der Öffentlichkeit hohe Wellen. Vor allem in den Sozialen Netzwerken wird der Selbstmord des unter anderem wegen Untreue angeklagten Ex-Managers heftig und teilweise unsachlich diskutiert. Gestern Abend haben sich die Anwälte des Klinikums zu den Umständen geäußert.

Kameras und Tonaufnahmen waren bei dem rund 35 minütigen Hintergrundgespräch in einem Sitzungsraum des Klinikums nicht erlaubt. Die Verantwortlichen des Krankenhauses wollten sich zu Vorwürfen äußern, dass das Klinikum eine Mitschuld am Selbstmord Fastemeiers trage. Diese Vorwürfe gründen sich vor allem darauf, dass auf Betreiben des Klinikums das Vermögen Fastenmeiers in der Vorweihnachtszeit teilweise eingefroren wurde.

Ende November hatte das Klinikum erfahren, dass Fastenmeier zum 1. Januar eine größere Summe aus einer privaten Rentenversicherung bekommen wird. Um den Anspruch darauf zu wahren, mussten Klinik und Justiz rasch handeln. Fastenmeier soll zudem bereits zuvor Vermögen verschoben haben. Auf Antrag des Klinkums stellte das Landgericht Ingolstadt den sogenannten dinglichen Arrest, also die Sperre von Fastenmeiers Konten am 8, Dezember aus. Staatsanwaltschaft und Klinik beziffern den Schaden im niedrigen siebenstelligen Bereich. Hätte die jetzige Klinikumsgeschäftsführung die Forderungen nicht weiter verfolgt, so hätte sie nach eigener Aussage dafür später möglicherweise selbst haften müssen. Das Klinikum hat auch dargelegt, dass es auf Dauer und Art der Untersuchungshaft keinen Einfluss hatte. Trotz teilweise mehrere hundert Seiten starker Beschwerden von Fastenmeiers fünf Strafverteidigern hatten drei Instanzen die Haft bestätigt, zuletzt das Oberlandesgericht in München.

Das Strafverfahren gegen Heribert Fastenmeier endet mit dessen Tod. Die Ermittlungen der Staatsanwälte gegen die restlichen Beschuldigten gehen aber weiter. Auch die möglichen Schadenersatzansprüche des Klinikums gegen den Ex-Geschäftsführer bestehen weiter und werden auf dessen Erben übergehen.