Klingsmooser Vision: Dorferneuerung bis 2022

Königsmoos (intv) Früher hieß es Theresienfeld, das Straßendorf Klingsmoos am südwestlichen Ende des Donaumooses. Heute ist es ein Ortsteil der Gemeinde Königsmoos, aber ein sehr aktiver: Denn die Bürger wollen ihrem Heimatort ein komplett neues Gesicht verpassen und ihn auch weit über seine Grenzen hinaus bekannt machen. Das Projekt Dorferneuerung läuft auf vollen Touren. Die Einwohner des Ortes treffen sich regelmäßig in einzelnen Arbeitsgruppen, um Konzepte zu erstellen. Bis zum 200-jährigen Jubiläum der Besiedelung (2022) könnten die ersten Projekte verwirklicht sein.

Bei der jüngsten Zusammenkunft aller vier Arbeitskreise machte sich Landschaftsplaner Wolfgang Brauner aus Kösching, der bereits mehrere solcher Maßnahmen in der Region betreut hat, ein Bild vom bisherigen Planungsstand. „Wichtig ist zunächst die Erarbeitung eines Leitbildes, einer Vision: Wie soll unser Dorf in 10 oder 20 Jahren aussehen?“, erklärte Brauner. Und Visionen haben die Klingsmooser zur Genüge, wie der Ingenieur zufrieden feststellte.

„Wir hatten zum Beispiel früher eine Gastwirtschaft mitten im Ort, die wollen wir wiederbeleben und vielleicht um eine Bäckerei oder Metzgerei erweitern“, so Reiner Huber, der den Arbeitskreis Ortszentrum vertritt. Karl Mosch kümmert sich unterdessen um die Verkehrsführung: „Die Kreuzung an der Kirche ist viel zu gefährlich. Wir könnten uns einen Kreisverkehr oder eine Verlegung der Fahrbahnen vorstellen“, so der Gruppensprecher. Im AK Soziales strebt Auguste Schmid, ehemalige Bürgermeisterin von Königsmoos, eine Erweiterung der Seniorenpflege an. Sogar ein eigenes Seniorenheim in Klingsmoos kann sie sich vorstellen. Die vierte Gruppe erarbeitet unter dem Titel „Freizeit und Kultur“ ein touristisches Konzept für den 1.300-Seelen-Ort. Neben Wander- und Radwegen oder Wasserspielen an der Ach stehen Events wie ein Kartoffelblütenfest mit Prinzessinnen-Wahl auf der Wunschliste. Auch einen Aussichtspunkt über das Donaumoos könne man errichten, „wir nennen ihn Moos-Lookout“, so Arbeitskreissprecher Hans Kiefer.

Bis zur Umsetzung der ersten Projekte wird es jedoch noch etwas dauern. „Eine komplette Dorferneuerung zieht sich über Jahrzehnte“, so Bürgermeister Heinrich Seißler (FW), der sich über die Ideenvielfalt seiner Mitbürger begeistert zeigt. Die Gemeinde unterstützt das Projekt aus vollen Kräften, nicht zuletzt aus einem lukrativen Grund: Maßnahmen zur Entwicklung der ländlichen Regionen werden vom Amt für Ländliche Entwicklung in Bayern sowie der Europäischen Union gefördert; bis zu 60 Prozent der Kosten können übernommen werden.