Kleinstadt im Hirn: Starkbieranstich bei Herrnbräu

Ingolstadt (intv) Die Politiker haben in diesen Tagen vermeintlich ein schweres Leben. Ein Starkbieranstich folgt auf den anderen. Und bei jedem steht die Lokalpolitik im Mittelpunkt der Fastenpredigt. Auch in der Schanzer Rutschn ging es gestern Abend zünftig zu. Fastenprediger Hannes Langer hat von Anfang an die Lokalpolitik in die Mangel genommen.

Zum Starkbier gehören bekanntlich auch starke Worte. Und da hatte Fastenprediger Hannes Langer gleich zu Beginn welche parat, als er „Digital-Bürgermeister Christian Lösel“ und „den heimlichen Anführer des Deppenhaufens Albert Wittmann“ begrüßte.

Ja der Deppenhaufen. Mit diesem Begriff hatte Wittmann im Stadtrat für Furore gesorgt, als zufällig noch ein Mikro an war. Die Konsequenz: die Live-Übertragung ist seitdem Geschichte, aus Datenschutzgründen. Langer meinte dazu nur: „Wenn ein Stadtrat tatsächlich so blöd ist, dass er während einer laufenden Stadtratssitzung intime Dinge preisgibt, dann ist er doch auch zu blöd, die Bürger der Stadt zu vertreten, stimmen Sie mir da zu?“ Aus dem Publikum ist ein „Ja“ zu hören.

Im Ingolstädter Imagefilm heißt es: Ingolstadt ist Großstadt auf dem Papier, Kleinstadt im Herzen. Langer findet, eher Kleinstadt im Hirn. Außer bei Großprojekte, wie den Kammerspielen. Da müsse alles wohl überlegt sein. „Kaum wird ein Bedarf für eine Ersatzspielstätte im Jahr 2002 festgestellt, schon gibt es ganz konkrete Planungen, mit dem Bau 25 Jahre später zu beginnen“, so Langer.

Auch die Kostensteigerungen beim Museum für Konkrete Kunst und Design thematisiert Langer. Dass auch das Congresshotel und das digitale Gründerzentrum teurer werden, darüber spreche in der Stadtspitze niemand.