„Kleine Landesausstellung“ unter Vorbehalt

Neuburg a.d. Donau (intv) In gut zwei Jahren soll neben dem Historienspektakel Schlossfest in Neuburg eine „kleine Landesausstellung“ – so drückte sich Oberbürgermeister Gmehling gestern im Stadtrat aus – ebenfalls für Furore sorgen. Denn 2017 ist bekanntlich das Jahr des Reformationsjubiläums – vor genau 500 Jahren schlug Luther seine 95 Thesen ans Kirchentor. Ein großer Tag für die Evangelische Kirche. Und eine der historischen Zeugen steht in Neuburg am Karlsplatz. Pfalzgraf Ottheinrich selbst wandelte die Hofkirche um 1580 in eine protestantische Glaubensstätte um. Zu Ehren des 500-jährigen Jubiläums plant die Stadt eine Sonderausstellung mit dem Titel „Reformation – Gegenreformation“. Stadtheimatpfleger Roland Thiele feilt seit Jahren an dieser Idee: „Neuburg bietet dazu einzigartige örtliche Voraussetzungen. Angefangen beim ältesten evangelischen Kirchenbau, unserer Schlosskapelle, über den Nordflügel des Schlosses durch den Fürstengang bist zur Hofkirche, die als evangelischer Bau begonnen und als katholische Marienkirche beendet worden ist, könnte man da wandeln.“

Insgesamt sind für die Ausstellung bisher Gesamtkosten von knapp einer Million Euro veranschlagt. Die Stadt beteiligt sich mit 230.000 Euro. Im Stadtrat findet das Vorhaben breite Unterstützung: „Die Geschichte Neuburgs rechtfertigt solch eine Ausstellung. Der Mut unseres ersten Fürsten Ottheinrich im katholisch dominierten Bayern gegen den Widerstand all seiner Verwandten und die politische Isolation in Kauf nehmend, den Protestantismus einzuführen“, so Stadtrat Matthias Enghuber (CSU).

Das einstimmige Votum des Stadtrats erfolgt unter Vorbehalt. Denn eine Zustimmung des Kreistags steht noch aus, der Landkreis würde das Projekt mit 100.000 Euro bezuschussen. Eine Voraussetzung übrigens, dass die Fördermittel vom Freistaat Bayern in Höhe von 250.000 Euro fließen. „Die Entscheidung muss noch vor der Sommerpause fallen“, betonte Gmehling.