Klassik gegen den Kältetod in Russland

Pfaffenhofen (intv) Sie wollten es unbedingt mit eigenen Augen sehen. Deshalb sind drei junge Menschen aus dem Raum Pfaffenhofen selbst nach Russland gereist. Was sie dort erlebten, war schlimmer als erwartet: Männer, die keine Hände mehr hatten oder keine Zehen. Frauen, die mit ihren Kindern kamen, um die Nacht zu überleben. Obdachlose haben es im russischen Sankt Petersburg ganz besonders schwer. Denn zum Hunger kommt die erbarmungslose Kälte. Deshalb haben die Malteser in Sankt Petersburg die ersten Spendengelder aus dem Raum Pfaffenhofen auch in ein Wärmezelt investiert. Zwölf Stockbetten stehen da, auf denen die Ärmsten der Armen die Nacht verbringen können, ohne zu erfrieren. Die drei jungen Musiker aus Deutschland spielen bei den Adventsbläsern und sammeln Spenden für Sankt Petersburg. Markus Maier und Daniel Reisner haben bei ihrem Besuch in einem Wohnheim der Malteser in Sankt Petersburg übernachtet, Stephanie Wiesbeck bei einer Maltesermitarbeiterin. Sie weiß, dass auch die Mittelschicht in Russland arm dran ist. Fünf bis sechs Familien teilen sich dort eine der wenigen Wohnungen, jede hat nur ein Zimmer. Das alles haben die Pfaffenhofener im September, also noch vor dem Absturz des Rubel erlebt, der die Situation sicher noch weiter verschärft hat. Ihr Orchesterleiter Martin Ott, bekannt als Pilot von Papst Benedikt, hat sich schon vor Jahren vorgenommen, diese extreme Not zu lindern. Deshalb traten die Adventsbläser auch in der Stadtpfarrkirche Pfaffenhofen auf, um weitere Spenden zu sammeln.