„Klappmesserprozess“: 31-Jährige sticht Mitbewohner in die Brust

Ingolstadt (intv) Im sogenannten „Klappmesserprozess“, der derzeit vor dem Ingolstädter Landgericht verhandelt wird, haben sich heute Einblicke in das Seelenleben der Angeklagten Alexandra G. eröffnet. Sie wurde in ihrer Kindheit mehrfach von Partnern ihrer Mutter missbraucht. Auf Beleidigungen sexueller Art reagiert sie deshalb mit gesteigerter Aggressivität, so Klaus Stöhr in seinem psychologischen Gutachten über die 31-jährige Angeklagte. So auch am 18. Oktober im Franziskanerwasser. Die Frau hat bereits gestanden, im Oktober vergangenen Jahres einem Mitbewohner der Sozialwohnungen am Franziskanerwasser mit einem Klappmesser in die Brust gestochen zu haben. Der Umstand, sie sei in der Tatnacht alkoholisiert gewesen, mindere die Schuldfähigkeit für Gerichtsmediziner Hubert Haderthauer nicht. Die Angeklagte war an Alkohol gewöhnt, so sein Gutachten. Eine Tötungsabsicht sieht er bei dem Messerangriff allerdings nicht. Es blieb bei dem einen Stich, darüberhinaus sei die Angeklagte selbst erschrocken über ihre Handlung gewesen. Auch für Staatsanwalt Jochen Staudt ist der Vorwurf des versuchten Totschlags nicht mehr aufrecht zu erhalten. Dennoch bleibt der Tatbestand der gefährlichen Körperverletzung. Deshalb fordert er eine Freiheitsstrafe von 3 Jahren und 10 Monaten. Die Verteidigung plädiert dagegen auf einen minderschweren Fall und fordert eine Bewährungsstrafe von 2 Jahren. Das Urteil wird für den 25. April erwartet.