Kita oder Betreuungsgeld: In Bayern können die Eltern sich entscheiden

Ingolstadt (intv) Laut einer Studie muss sich eine KiTa-Fachkraft im Schnitt heute um weniger Kinder kümmern, als noch vor drei Jahren. Tatsächlich kindgerecht sei der Schnitt laut Experten allerdings noch nicht. Ein Anreiz, mit dem die Politik versucht Entlastung zu schaffen, ist das Betreuungsgeld. Auf Bundesebene musste es wieder abgeschaffen werden. Die Zuständigkeit liege bei den Ländern, hieß es damals. Als einziges Bundesland hat Bayern das Betreuungsgeld nun wieder eingesetzt. Kritiker bezweifeln, allerdings, dass es sich dabei um den richtigen Anreiz handelt.

Eineinhalb Jahre mussten Eltern auf eine Lösung auf Landesebene warten. Seit einer Woche ist das Gesetz in Kraft. Familien mit einem zwei- bis dreijährigen Kind, die in Bayern wohnen und das Kind nicht in eine öffentlich geförderte Kindertagesstätte geben, haben nun Anspruch auf 150 Euro Betreuungsgeld im Monat.

Kritik von Seiten der Opposition gibt es dennoch. Denn: Der Freistaat finanziert das Betreuungsgeld mit 100 Millionen Euro jährlich. Damit es keine Bezugslücken zwischen Bundes- und Landesleistung gibt, wird das Betreuungsgeld sogar rückwirkend zum 1. Januar 2015 gezahlt. SPD und Grüne kritisieren, dass es sich bei dem Gesetz aber keineswegs um eine tatsächliche Wahlfreiheit handelt. Eine echte Wahl wäre es nur bei einem flächendeckenden Angebot zur Kinderbetreuung. Dringend benötigtes Geld für den Ausbau von KiTa-Plätzen, fließen nun in das Betreuungsgeld.

Schon vor in Kraft treten des Gesetzes hat das zuständige Zentrum Bayern, Familie und Soziales bereits 101.000 Anträge an betroffene Familien verschickt. Über 45.000 wurden mittlerweile eingereicht.