Keine „Mama-Spur“ an Grundschule Mühlried

Schrobenhausen (intv) Der tägliche Weg zur Schule – für Grundschüler in der heutigen Zeit sicher eine Herausforderung. Viele Eltern bringen ihr Kind deshalb in der Frühe mit dem Auto zur Schule und holen es mittags wieder ab. So auch im Schrobenhausener Ortsteil Mühlried. Im Zuge des Neubaus der Grundschule hat der Elternbeirat deshalb eine Haltebucht für Autos gefordert. Jetzt hat sich der Schrobenhausener Stadtrat der Sache angenommen – und sich mit deutlicher Mehrheit gegen die Haltebucht ausgesprochen.

„Eine so genannte Mama-Spur fordert Eltern geradezu auf, ihre Kinder täglich mit Auto zu bringen“, so Martha Schwarzbauer (SPD), die Verkehrsreferentin des Stadtrates. Der Meinung schloss sich auch Bürgermeister Karlheinz Stephan (CSU) an: „Kinder sollten möglichst zu Fuß zur Schule gehen“. Für die Spur eingesetzt hatte sich Schulreferent Klaus Englert (CSU), der nach eigenen Worten von besorgten Eltern „die Bude eingerannt“ bekommt; diese sehen die Sicherheit ihrer Kinder durch die Verkehrssituation vor der Schule und das absolute Halteverbot gefährdet.

Zudem hätten die Umbaumaßnahmen finanziell mit über 300.000 Euro zu Buche geschlagen; für das Geld wird jetzt den Schülern lieber neues Equipment gekauft, zum Beispiel Computer, Aktivtafeln und eine Pausenhofüberdachung.

Obdachlosenheim-Entscheidung vertagt

Überhaupt spielt das Thema Dach über dem Kopf in Schrobenhausen eine wichtige Rolle. Für Obdachlose müssen neue Unterkünfte her, zur Debatte steht ein Neubau an der Bürgermeister-Götz-Straße. Dieser würde zwischen 750.000 und 800.000 Euro kosten, wie die Stadtverwaltung jetzt errechnet hat. Als Alternative kämen ein Containerdorf oder die Anmietung neuer Einzelwohnungen in Frage. Auch brachten viele Stadträte den Wunsch auf, erneut einen Umbau des ehemaligen Jugendheims am Busbahnhof in Erwägung zu ziehen. Die Entscheidung soll in einer der nächsten Sitzungen fallen.

Die Wohnungslosenhilfe der Caritas hatte immer wieder die schwierige Situation auf dem Wohnungsmarkt kritisiert; derzeit gebe es 18 hilfsbedürftige Personen im Stadtgebiet, in Zukunft werden es aber sicherlich noch mehr, so die Prognose der Hilfsorganisation.