Kein Zuckerschlecken: Beruf des Schaustellers

Schrobenhausen (intv) Der Beruf des Schaustellers ist nicht immer nur Vergnügen: Fieranten, die auf Volksfesten ihren Lebensunterhalt verdienen, haben zunehmend mit Umsatzeinbußen zu kämpfen. Nach Angaben des Deutschen Schaustellerbundes stellen vor allem demographischer Wandel in der Gesellschaft sowie eine steigende Zahl alternativer Freizeitangebote eine Gefahr für kleinere und mittlere Volksfeste dar.

„Man weiß natürlich in Kleinstädten nie, wie das Geschäft läuft“, sagt Brigitte Zimmermann-Weber, die mit ihrem Süßwarenstand schon seit über 20 Jahren aufs Schrobenhausener Volksfest kommt. Arbeitszeiten von 9 bis 10 Stunden pro Tag sind in ihrem Familienbetrieb der Regelfall, einschließlich Wochenenden. Dazu kommen Organisation, Wareneinkauf und Logistik; so müssen die Verkaufswägen von einem Ort zum nächsten transportiert und rechtzeitig aufgebaut werden. „Da helfen mein Mann und meine zwei Söhne kräftig mit“, so die Schaustellerin.

Zimmermann-Weber hat sich entschieden, das Gewerbe in der dritten Gernation dennoch weiterzuführen, weil es etwas Anderes ist als ein „Nine-to-Five-Bürojob“. Trotz Arbeitsaufwand und unsicherer Zukunftsaussichten hat die 54-jährige Spaß an ihrer Arbeit und ist guter Dinge: „Ich glaube schon, dass Schausteller ein Beruf für die Zukunft ist“.