Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt stellt sich neu auf

Eichstätt (intv) An sich wähnte sich die Katholische Universität Eichstätt Ingolstadt wieder in ruhigem Fahrwasser, die Suche nach einem Hochschulpräsidenten hatte die Bildungsinstitut über Jahre gelähmt, die Wahl von Richard Schenk im Jahre 2011 sollte eine Neuanfang sein, doch der Aufbruch war schnell ausgebremst: die Entwicklungen in der Hochschullandschaft machten auch vor der einzigen katholischen Universität im deutschsprachigen Raum nicht Halt.

Ein drohendes Defizit von 1,5 Millionen Euro gab schließlich den Ausschlag – eine Neuorientierung forderte der Hochschul-Träger, die ist mittlerweile abgeschlossen. Ein Entwicklungsplan umschreibt die Weichenstellung, die zum einen Einsparungen in Lehre und Forschung, zum anderen aber eine Stärkung der ethischen Kernkompetenz vorsieht.
Fächerübergreifend sollen ethische Normen die Lehrinhalte ergänzen. „Bologna plus“ nennt das Hochschulpräsident Richard Schenk in Anlehnung an die Straffung der Studienzeiten durch den Bologna-Prozess. Ein „Studium generale“ soll die einseitige Fixierung auf die gewählten Fächer verhindern. Über die Rückbesinnung auf ein humanistisches Menschenbild will die KU auch zu einer Neugestaltung der Gesellschaft beitragen, die Kernstärken fördern – das geschieht auch durch einen Ausbau der Lehramtsausbildung, Qualität ist vor allem in Zeiten der Stellenstreichungen ein maßgebliches Argument, sagt Richard Schenk und verweist auf die Möglichkeit mit einem parallelen Bachelor- oder Masterabschluß die Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern .

Auch die Forschung unterliegt einer Neuorientierung, angelehnt an die christliche Soziallehre sollen sich neue Projekte entwickeln, welche die Konkurrenz der staatlichen Hochschulen nicht erbringen können oder wollen. So schwebt dem Projektleiter Prof. Manfred Brocker die Etablierung eines Sozialklimaindex vor. Der soll in Ergänzung zu den wirtschaftlich orientierten Gradmessern wie Arbeitslosenquote oder Bruttoinlandsprodukt die soziale Situation im Land widerspiegeln. Dazu brauche es kompetente Partner damit die Aussagekraft so umfassend wie möglich werden kann, so Manfred Brocker.

Überhaupt wollen sich Universitätsleitung allgemein um mehr Drittmittel bemühen damit das gestraffte Programm möglichst attraktiv gestaltet werden. Weniger ist mehr – so lässt sich der Entwicklungsplan umschreiben, Hochschulrat und Stiftungsrat haben ihn bereits abgesegnet.

 

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