Kastration und Kastenstandbreite: Sorgen der Ferkelzucht beim Stallgespäch in Altenberg

Altenberg/ Denkendorf (intv) Passend zum Start der Internationalen Grünen Woche in Berlin durften Freitag Vormittag vier angehende Jungbauern im Rahmen ihrer Grundausbildung hinter die Stalltür des Schweinezuchtbetriebs von Georg Beringer in Altendorf bei Denkendorf blicken. Der Bayerische Bauernverband initiierte das Stallgespräch. In Bayern entscheiden sich immer mehr junge Menschen für einen Agrarberuf und auch für Georg Beringer sei der Berufszweig zukunftsträchtig. Dennoch brauche er Planungs- und Rechtssicherheit. Damit spielte er auch auf das Magdeburger Urteil vom November 2016 an, das vorsieht, die Kasten für die Schweine größer als 70 cm breit zu bauen. Laut Beringer sind hier durch mehr Platz Verletzungen vorprogrammiert. Und auch das Verbot von unbetäubter Kastration bis 2019 – bisher verabreicht man Schmerzmittel – hätte fatale Folgen für die Bayerische Landwirtschaft: „Es würde zu einem Kahlschlag in der Ferkelerzeugung kommen, zu einem richtigen Strukturbruch. Die Bayerische Landesanstalt hat errechnet, dass man etwa 60-70% weniger Ferkelerzeugung in Bayern hätte, alle Betriebe mit weniger als 200 Zuchtsauen würden in kürzester Zeit aus der Ferkelproduktion aussteigen“, erklärt Franz Beringer, Geschäftsführer der Erzeugergemeinschaft Oberbayern.

Rund 200 Zuchtsauen leben auf dem Betrieb in Altenberg. Etwa zehn Ferkel wirft eine Sau und das gut zwei- bis dreimal im Jahr. Der Eber mit dem charmanten Namen „Saubär Gustav“ ist allerdings nur zum „scharf machen“ am Hof. Die Sauen werden künstlich befruchtet.