Kampf für den Erhalt der Mufflons geht weiter

Eichstätt (intv) Der 79-jährige Klaus Horsch ist auf dem Gut Hellmansberg bei Kasing aufgewachsen. Seitdem er denken kann ist der Landwirt in der Natur rund um den Köschinger Forst unterwegs. In seiner Jugendzeit Anfang der fünfziger Jahre konnte er immer wieder Mufflons beobachten. Auf den Feldern entlang der Waldgrenze waren es teilweise 30 bis 40 Stück. Erinnerungen, die heute eine sehr wichtige Bedeutung haben. Denn Klaus Horsch dient als Zeitzeuge, der beweisen kann, dass Mufflons vor 1974 im Köschinger Forst als sogenanntes „Standwild“ vorhanden waren. Das bedeutet, dass die Tiere dort dauerhaft ihren Lebensraum gefunden und sich vermehrt haben. „Es gibt eine ministerielle Verfügung, die besagt, dass Muffelwild, das vor 1974 als Standwild vorhanden war, auch nach 1974 wieder gehegt werden darf und diesen Beweis müssen wir jetzt erbringen“, so Peter Smischek, Vorsitzender des Jagdschutz- und Jägervereins Ingolstadt. Mehr als drei Monate lang hat Peter Smischek eine lückenlose Zeitreihenfolge von 1927 bis heute erstellt. Auch Ninja Winter hat sich mit viel Herzblut an der Arbeit beteiligt – sie hatte im Januar die Onlinepetition für den Erhalt der Mufflons auf die Beine gestellt. Der Zeitstrahl beweist eindeutig, dass Muffelwild seit knapp 100 Jahren immer wieder im Gebiet östlich der A9 zwischen Kösching, Kasing und Oberdolling vorgekommen ist. Gestern haben die Tierfreunde alle gesammelten Unterlagen an das Landratsamt Eichstätt übergeben. „Nach der Übergabe der Unterlagen haben wir einen Monat Zeit, den Sachverhalt neu zu prüfen und dann gegebenenfalls der Regierung wieder vorzulegen“, so Manfred Schmidmeier, Sprecher des Landratsamts Eichstätt. Ob die Ausrottung der Tiere endgültig verhindert wird, entscheidet letztendlich die Regierung von Oberbayern. Die Chancen stehen aber wohl nicht schlecht – auch Dank der Mithilfe wichtiger Zeitzeugen wie Klaus Horsch.