Kälteschock

Linden (intv)  „Der Spargel besteht zu einem großen Teil aus Wasser. Vor allem beim Grünspargel haben wir das Problem, wenn wir ein Grad Minus haben, geht der Spargel kaputt. Wir haben vor Ostern angefangen, weil der März so warm war. Da war auch unser Spargel schon soweit. Alle Köpfe haben rausgeschaut. Jetzt kam plötzlich der Bodenfrost. Beim Grünspargel haben wir ein Fleece draufgelegt, in der Hoffnung, dass nicht die ganze Ernte kaputt ist.“, erzählt Spargelbauer Josef Rehm.

In den vergangenen Tagen konnte er nur wenig bis gar keinen Spargel ernten. Auf knapp 1,5 Hektar baut der Spargelbauer sein Gemüse an. Ohne Folie. Die sorgt normalerweise dafür, dass der Boden auch bei niedrigen Temperaturen warm bleibt. Josef Rehm bleibt seiner folienfreien Philosophie aber treu. Auch, wenn sein Spargel dadurch ein bisschen mehr Zeit braucht.

„Wir haben das mit der Folie einmal probiert. Meiner Meinung nach hat aber die Qualität und der Geschmack zu Wünschen übrig gelassen. Dann haben wir es wieder sein lassen.“

Der weiße Spargel hält der Kälte glücklicherweise besser stand. Er ist zwar nicht so weiß wie sonst und bricht öfter ab, geht aber nicht kaputt. Seit über 50 Jahren ist Josef Rehm Spargelbauer im Nebenerwerb. Er gilt als Exote in der Branche. Das bedeutet für ihn und seine Erntehelfer oft zusätzliche Arbeit. Seine Kunden wissen das zu schätzen. Auch wenn sie, wie jetzt, etwas länger auf den Spargel warten müssen. „Momentan haben wir schon fast 90 Prozent Ausfall. Die Privatkunden können wir etwas vertrösten. Das größere Problem haben wir mit den Gaststätten. Die wollen jetzt ihren Spargel und ich muss anrufen und sagen, dass es diese Woche keinen mehr gibt.“, erklärt Rehm.

Deshalb hofft Josef Rehm nun auf mehr Sonne und angenehmere Temperaturen. Denn wenn sich sein Spargel wohl fühlt, ist auch er rundum zufrieden.