Käfer, Klimawandel, Katastrophen

Eichstätt (intv) Ludwig Schön und Johann Stadler bei der Bestandsaufnahme. Frischgeschlagenes Fichten- und Buchenholz. Leider werden hieraus nur Paletten, da war bereits der Käfer am Werk, Buchdrucker und Kupferstecher. Doch nicht nur der Käfer hat die Waldbesitzer 2015 in Schach gehalten: „Wir hatten unterschiedliche Katastrophen, Mitte Februar  hatten wir an die 7.000 Festmeter Schneebruch, hauptsächlich in den Gemeinden Eitensheim, Pietenfeld und Adelschlag. Am letzten Tag im März am dann der Sturm Niklas. Der hat ungefähr einen Baum pro Hektar umgeworfen. Das ist schon enorm, vergangenes Jahr hatten wir von 100 Prozent Holzmenge gut 70 Prozent Schadholz“, resümiert Ludwig Schön, Forstingenieur und Geschäftsführer der Forstbetriebsgemeinschaft Eichstätt. Sie gilt als Selbsthilfeeinrichtung der Waldbesitzer, übernimmt die Holzvermarktung und steht ihren Mitgliedern mit Rat und Tat zur Seite. Dabei deckt sie den westlichen Landkreis Eichstätt von Mörnsheim bis Stammhamm und Buxheim bis Titting ab. Insgesamt etwa 16.000 Hektar. Das Zauberwort lautet hier „integrative Waldbewirtschaftung“.

 Keine Baumart für sich alleine ist die Lösung, die Mischung macht’s, so Schön und Stadler. Und wenn man genau hinschaut, finden sich auch einige Exoten: „Die Douglasie ist nicht etwas ganz Neues, sondern sie ist eine wiederentdeckte Baumart. Und vor der Eiszeit war sie schon nachweislich in unserer Region. Und für uns Waldbesitzer wichtig: Die Douglasie ist widerstandsfähig gegen den Käfer“, beschreibt Johann Stadler, 1. Vorsitzender der Forstbetriebsgemeinschaft Eichstätt seinen Hoffnungsträger, neben der unbestritten heimischen Tanne.

Waldbesitz bedeutet Verantwortung. Und Vorausdenken. Für die nächsten und übernächsten Generationen nach uns, so Stadtler. Und auch im Wald schreitet die Digitalisierung voran. Im Sommer soll eine neue App kommen, damit können Waldbesitzer ihren Bestand und geschlagenes Holz digital und per GPS erfassen. Eben der Wald der Zukunft.