Junglehrer: Sorge um die Anstellungssituation

Ingolstadt (intv) Mehr als 100 Referendare aus ganz Bayern haben sich zur Jahreshauptversammlung der Referendar- und Jungphilologenvertretung, kurz rjv, in Ingolstadt getroffen. Neben den Wahlen eines neuen Vorstandes standen auch Vorträge und Workshops auf dem Programm. Dabei ging es unter anderem darum, den Junglehrern Alternativen zum Schuldienst aufzuzeigen. Denn die Anstellungssituation nach dem Referendariat ist alles andere als rosig. Auch in den kommenden Jahren sieht es nicht gut aus. Wegen der hohen Studierendenzahlen wird eine regelrechte Schwemme an Referendaren, vor allem in Deutsch und den modernen Fremdsprachen, erwartet. Lediglich in den naturwissenschaftlichen Fächern sieht es etwas besser aus.

Dabei wäre der Bedarf an Lehrkräften durchaus da, so Julius Müller, der Vorsitzende der rjv. In den kommenden Jahren werde es an den Gymnasien viel zu leisten geben. Die Förderung von Schülern mit Migrationshintergrund, der Inklusionsbedarf und die besondere Betreuung Hochbegabter. Dies seien alles Themen, die in zu großen Klassen nicht angegangen werden können. Doch mehr Lehrer werden nicht eingestellt, da die Finanzen dies nicht erlauben. Doch es gibt Alternativen für die Referendare. So gibt es mehr als 140 deutsche Auslandsschulen, bei denen Lehrkräfte aus Bayern sehr gefragt sind. Auch der Wechsel in eine andere Schulart, zum Beispiel zu einer der beruflichen Oberschulen, ist möglich. Durch das föderale Bildungssystem wäre es theoretisch auch möglich als Lehrer in ein anderes Bundesland zu gehen. Dort sind die Anstellungschancen jedoch ähnlich schlecht. Es gilt sich schon frühzeitig zu informieren, um im Fall der Fälle nicht auf der Straße zu stehen. Auch sollten Abiturienten, die planen ein Lehramtsstudium zu beginnen, sich frühzeitig bei der Studienberatung über die späteren Anstellungschancen aufklären lassen.