Junge Bankkaufleute trotzen widrigen Finanzmärkten

Schrobenhausen (intv) Finanzkrise, unsichere Anlagemöglichkeiten, Zinsen im Keller: Die Situation auf den internationalen Finanzmärkten beeinflusst auch die Berufswahl vieler junger Menschen in Deutschland. Die Bewerberzahlen für Bankkaufleute sind in den vergangenen Jahren zurückgegangen. Das spürt auch Sven Slupik, Ausbildungsleiter bei der Schrobenhausener Bank: „Negative Berichterstattung in vielen Medien und einzelne Banken, die das Image der Branche ruiniert haben, sind ein Grund dafür.“ Außerdem entscheiden sich viele Schulabgänger heutzutage für die FOS oder ein Studium.

„Nichtsdestotrotz ist der Beruf des Bankkaufmanns eine zukunftssichere Ausbildung“, so Slupik. Nach zweieinhalb Jahren habe man einen Abschluss in der Hand, der viele Karrieremöglichkeiten offenlasse. Derzeit werden in der Schrobenhausener Bank sieben junge Menschen ausgebildet, im September stoßen zwei weitere dazu.

Kundenberatung und Häusersuche

Der Ausbildungsplan sieht den Einsatz in nahezu jeder Abteilung des Kreditinstitutes vor. Bastian Heggenstaller, der gerade ins dritte Lehrjahr gekommen ist, durfte gleich zu Beginn seiner Ausbildung verantwortungsvolle Tätigkeiten übernehmen: „Schaltertätigkeiten, die Buchung von Schecks oder Überweisungen – das sind die Basics, die man draufhaben muss“, erinnert sich der Azubi. Mittlerweile darf er seinem Kollegen Maximilian Mutter über die Schulter schauen. Dieser ist seit etwa einem Jahr ausgelernter Bankkaufmann und in der Immobilienabteilung der Bank tätig. „Meine Eltern sind Architekten, und Themen wie Baufinanzierung haben mich schon immer interessiert“, so der 20-jährige über seine Berufswahl. Exposés erstellen, Häuser besichtigen und mit Interessenten das für sie geeignete Objekt finden, diese Tätigkeiten gehören nun zu seinem Tagesablauf.

Im Zeichen der Veränderung

Wie sich die Finanzwelt in den vergangenen Jahren verändert hat, weiß Peter Trübswetter, der in diesen Tagen sein 20-jähriges Dienstjubiläum feiert. „Die Computertechnik hat vieles beschleunigt, und die Kunden sind vor allem durch das Internet sehr aufgeklärt“, berichtet der Diplom-Bankbetriebswirt. Mit seiner Erfahrung will er den jungen Kollegen zur Seite stehen. „Wir nehmen die Azubis auch mit in echte Kundenberatungen, damit sie erleben, wie ein Gespräch hinter verschlossenen Türen abläuft“, so Trübswetter.

Ein/e Azubi Bankkaufmann/-frau verdient im ersten Lehrjahr 892 Euro. Voraussetzung ist die mittlere Reife (Realschulabschluss) oder Abitur. „Mitbringen sollte man Kommunikationsfähigkeit, ein gutes Auftreten und Teamgeist“, sagt Ausbildungsleiter Slupik. Bei der Schrobenhausener Bank endet in dieser Woche die Bewerbungsfrist für das Ausbildungsjahr 2016.