Jubiläum: 70 Jahre Menschenrechte

Ingolstadt (intv) Am 10. Dezember ist der Tag der Menschenrechte. Vor 70 Jahren erklärten die Vereinten Nationen, dass alle Menschen frei und gleich an Würde und Rechten geboren sind. So steht es im ersten Artikel der Erklärung der Menschenrechte. Amnesty International setzt sich weltweit dafür ein, um Verletzungen der Menschenrechte zu stoppen. Doch nicht nur in anderen Ländern gibt es Verstöße, auch in Deutschland werden die Menschenrechte verletzt.

Gudrun Rihl nennt die Ankerzentren in Ingolstadt und Manching als Beispiel. „Wenn man die Lebensbedingungen der Flüchtlinge in dem Ankerzentrum sich anschaut, dann weiß man, das diese Forderung oder diese Vorstellung und dieser Appell gleich an Würde leben zu dürfen, dass der dort keineswegs umgesetzt ist“. Doch nicht nur die Lebensbedingungen der Asylbewerber sind ein Problem. Mit der Zahl der Migranten steigen ebenso Rassismus und Antisemitismus in Deutschland und Europa. Die Flüchtlingskrise gibt Anlass, um über die Menschenrechte verstärkt nachzudenken.

Dabei stellt der Philosoph Julian Nida-Rümelin fest, dass es sich bei den Menschenrechten um keine Erfindung handelt, sondern um eine Entdeckung. Dabei geht es um individuelle Rechte, die Personen in ihrer Selbstachtung und Menschenwürde schützen. Gudrun Rihl kämpft hierfür, denn Pressefreiheit, Meinungsfreiheit und Versammlungsfreiheit sind nicht selbstverständlich. 70 Jahre nach der Erklärung der Menschenrechte sind die 30 Artikel in vielen Ländern der Welt noch nicht realisiert. „In den USA gab es Rassentrennung und Rassenprobleme bis in die heutige Zeit. Das heißt, es werden die Menschenrechte erst Zug um Zug umgesetzt und können erst Zug um Zug realisiert werden“, so Rihl. Zwar förderten viele Staaten nach dem Zweiten Weltkrieg die Umsetzung der Menschenrechte, allerdings gibt es immer wieder Rückschläge. Amnesty International setzt sich immer wieder aufs Neue dafür ein, dass die Menschen weiterhin in einer freien Gesellschaft leben können.