INVG-Aufsichtsrat beschließt Einführung eines Regionaltarifs

Ingolstadt (intv) Gestern fand im Ingolstädter Rathaus eine Sitzung des INVG-Aufsichtsrates statt. Das Hauptdiskussionsthema dabei waren die gesunkenen Fahrgastzahlen. Im März fand eine zweiwöchige Zählung der Fahrgäste statt. Hierbei wurde ein Rückgang im Vergleich zum Vorjahr um 4,7 Prozent festgestellt. Da dieser sich vor allem durch ein Minus bei den Kurzstreckenfahrern und Barzahlern bemerkbar macht, war die Erklärung hierfür schnell gefunden. Der ungewöhnlich milde Winter und der sonnige März haben die Kunden dazu veranlasst, kurze Strecken lieber mit dem Rad oder zu Fuß zurückzulegen. Zumindest ist das die Vermutung des INVG-Geschäftsführers Robert Frank. Auch die Fahrgastzahlen der örtlichen Taxifahrer geben ihm Recht. Wie intv von Kurt Hanisch, dem Geschäftsführer von Taxi-Funk Ingolstadt, erfahren hat, sind diese im März ebenfalls gesunken, und zwar um rund 15 Prozent.

Das Wetter könne jedoch nicht der alleinige Grund sein, bemerkte in der Sitzung Stadtrat Franz Hofmaier von der ödp. So seien die Fahrgastzahlen der Umlandgemeinden rapide gesunken und dies nicht nur im Vergleich zum Vorjahr, sondern auch in einem Zweijahresvergleich. Diese seien bestimmt nicht alle auf das Rad umgestiegen, so Hofmaier.

Die Analyse der Fahrgastzahlen nur anhand der zwei gemessenen Wochen im März zu betreiben, erwies sich in der Sitzung des INVG-Aufsichtsrates somit als eher schwierig. Deshalb waren die Mitglieder sich einig, zukünftig ein breiteres Kennzahlensystem in die Analyse mit einfließen zu lassen, wie zum Beispiel einen Vergleich mit anderen Städten.

Es gab jedoch auch positive Zahlen zu vermelden. So werden die Nachtlinien in Ingolstadt immer besser angenommen. Seit dem Start dieser im Jahr 2005 wurden hier, mit einem Anstieg um 20 Prozent, die bisher höchsten Fahrgastzahlen gemessen. Vor allem von Donnerstag bis Sonntag sind die Linien stark genutzt. Es könnte somit auch über einen Ausbau der Nachtlinien nachgedacht werden, so INVG-Geschäftsführer Robert Frank.

Im inoffiziellen Sitzungsteil wurde, nach jahrelangen Verhandlungen, die Einführung eines Regionaltarifs beschlossen. Drei Bahnunternehmen konnten als Tarifpartner gewonnen werden. Diese sind die agilis Eisenbahngesellschaft mbH & Co. KG Regensburg, die Bayerische Regionalbahn GmbH Augsburg und die DB Regio AG Region Bayern. Die Busunternehmen Oswald Buchberger GmbH und Josef Spangler OHG haben ebenfalls ihre Bereitschaft zu einer Zusammenarbeit signalisiert.

Zukünftig können somit mit nur einem Fahrschein rund 80 Prozent des ÖPNV der Region10 genutzt werden. Die Tickets der INVG gelten somit auch in den oben genannten Regionalbahnen.

Im Sinne des Regionaltarifs werden zusätzliche Tarifzonen angefügt. Für die Bürger im Stadtgebiet Ingolstadt ändern sich die Fahrpreise nicht. Für die Bürger in den bisherigen INVG-Gemeinden werden jedoch geringfügige Preisanpassungen notwendig.

Es werden weiterhin Gespräche mit den Gebietskörperschaften und allen Verkehrsunternehmen der Region 10 geführt, um schrittweise den Regionaltarif flächendeckend zu etablieren.

Bevor der Regionaltarif aber endgültig eingeführt werden kann, muss als nächster Schritt die Vertragsunterzeichung erfolgen. Zuvor muss der Ingolstädter Stadtrat den Verträgen zustimmen.