Internationale Woche der Plasmaspende

Ingolstadt (intv) Plasma, der flüssige Bestandteil des Blutes – jeder hat es und eigentlich kann es fast jeder spenden. Allerdings ist die Plasmaspende längst nicht so bekannt wie die Blutspende und das obwohl insbesondere Menschen mit Autoimmunerkrankungen dringend auf Plasmaspenden angewiesen. Genau auf diesen Umstand will die „Zweite Internationale Woche der Plasmaspende vom 12. bis zum 18. Oktober aufmerksam machen.

Auch das Plasmazentrum in Ingolstadt beteiligt sich daran. Hier standen heute die langjährigen Plasmaspender im Mittelpunkt.

Günther Plachky hat in 27 Jahren 698-mal Plasma gespendet. Damit ist er im Plasmazentrum Ingolstadt Spitzenreiter. Mit einer Urkunde und einem Geschenk wurde er heute von der stellvertretenden Leiterin des Plasmazentrums, Renate Mayer, ausgezeichnet. Auch Gerti Brandl wurde geehrt. Sie hat sich seit 1987 schon 660-mal anzapfen lassen. „Am Anfang ist es ungewohnt, wenn man sein eigenes Blut sieht. Aber es ist nur ein kleiner Piks, dann kann man Zeitung lesen, fernsehen oder sich gut unterhalten“, meint die Vielspenderin lächelnd.

Obendrein gibt es für jede Plasmaspende eine Aufwandsentschädigung von 15 Euro.

Adelheid Ziegler wiederum benötigt dringend Plasma. Die Münchnerin leidet an einem angeborenen Immundefekt. Ihr Körper produziert zu wenige Immunglobuline. „Diese Plasmaspenden ersetzen, was mein Körper nicht selber bilden kann, also eine Immunabwehr. Dadurch bin ich wesentlich seltener krank. Ich bin seit einem Jahr infektfrei“, erklärt die Frau den anwesenden Gästen im Foyer des Zentrums. Ziegler spricht gut an auf die Medikamente aus Plasmaprodukten. Sie findet in ihrer kurzen Ansprache deutliche Worte. „Plasmaspenden ist Leben retten.“

Wer anderen Menschen Leben schenken möchte, sollte für den Besuch im Plasmazentrum eine gute Stunde Zeit mitbringen.

„Spender kriegen eine Nadel gesetzt und das Blut läuft in eine Maschine. Dort wird es in die festen (Blutzellen) und flüssigen Bestandteile (Blutplasma) aufgetrennt. Das Plasma wird in einem Beutel gesammelt, die Blutzellen werden dem Körper zurückgeführt. Das Ganze erfolgt mit einer kleinen Menge Blut in mehreren Etappen“, erklärt Renate Mayer.

Der Körper bildet das Plasma innerhalb von 48 Stunden wieder nach. Daher darf man auch innerhalb eines Jahres bis zu 45-mal Plasma spenden.