Innovative Pädagogik: Kids go digital bei der 2. Eichtätter Kinderkonferenz

Eichstätt (intv) Whiteboard statt Tafel, Tablet statt Kreide. Die Digitalisierung hält Einzug in den bayerischen Klassenzimmern. Wie zudem auch Mikrophon und Filmkamera zu Unterrichtswerkzeugen werden können, haben Grundschüler am Graben in Eichstätt, aus Treuchtlingen und Großmehring gelernt. Zusammen mit Lehramtsstudenten haben sie Projekte für die 2. Kinderkonferenz am 16. Juli 2018 an der Katholischen Universität in Eichstätt erarbeitet.

Stolz präsentiert jede Gruppe ihr selbstgemachtes Video. Die Klasse 3a der Großmehringer Grundschule hat sich in ihrem Projekt an das komplexe Thema Chemie herangetraut. Schüler Michael (9 Jahre) hätte nie gedacht, dass im Fruchtsaft mehr Zucker enthalten ist, als in Coca Cola. Da trägt das Projekt wohl schon Früchte. Aber dabei bleibt nicht nur der Unterrichtsstoff besser im Gedächtnis. „Kinder werden durch dieses Projekt stark gemacht sich hinzustellen und zu präsentieren. Sie lernen auch mit den Medien umzugehen. Und vorallem Sozialkompetenz.“, betont Edgar Mayer, Konrektor der Grundschule Großmehring. Denn bei dem Projekt haben die Kinder alles im Team gemacht. Digitaler Unterricht setzt aber auch voraus, dass sich die Lehrer und Lehrerinnen mit den Medien auskennen. „Daher gibt es im Lehramtsstudiengang Grundschulpädagogik und-didaktik in Eichstätt auch extra ein Seminar dafür, wo unsere Studierenden ersteinmal eingeführt werden in die Arbeit mit digitalen Medien, also sie lernen bisschen den theoretischen Hintrgrund der Medienpädagogik und sie werden vertraut mit den ganzen Apps, usw, es gibt ja unzählige Möglichkeiten inzwischen und dann lernen sie auch mit den Tablets umzugehen.“, erklärt Prof. Klaudia Schultheis, vom dazugehörigen Lehrstuhl. Anschließend geht es in die Grundschule. Im Rahmen des Sachkundeunterrichts entscheiden sich die Schüler für ein Thema, dass sie zusammen ausarbeiten und zum Schluss filmen dürfen. Vanessa Weiß ist zufrieden mit dem Ergebnis. Die angehende Lehrerin hat auch etwas dazu gelernt: „Ich hab vorher auch noch nie ein Video geschnitten oder wusste auch nicht wie man coole Hintergrundmusik einfügt und ich finde man kann echt tolle Sachen mit Medien machen, wo ich nicht gedacht hätte, dass die wirklich so unterrichtstauglich sind.“

Die Klasse 3a hat gleich mehrere Videos gedreht und sie in eine eigene App gepackt. Je nachdem wie schwierig der Stoff ist, können sich alle die Themen so oft und lange ansehen wie es individuell nötig ist. Der bayerische Lehrer und Lehrerinnen Verband zeigte heuer seine Anerkennung für das Projekt und zeichtnete es mit dem Pädagogik-Preis aus.