Innenstadtprozess: Es geht in die Verlängerung

Schrobenhausen (intv) Es sollte das große Finale werden für Schrobenhausen und sein leidiges Thema Innenstadt: In einem mehrmonatigen Bürgerbeteiligungsprozess hatten Einwohner zusammen mit Stadtplanern eine Lösung für die Umgestaltung des Stadtkerns erarbeitet. Dieser Masterplan wurde am Montagabend in einem Bürgerforum der Öffentlichkeit präsentiert. Weit über 100 interessierte Menschen waren dazu in den Pavillon der Musikschule gekommen. Das Ergebnis: Noch ist nichts entschieden.

Zunächst erläuterte Architekt Philip Schmal von Stadtplanungsbüro Pesch & Partner aus Stuttgart die „Konsenslösung“, die in den vorangegangenen Workshops und der internen Planerwerkstatt erarbeitet worden waren. Diese sieht eine Bündelung der Fahrbahnen in der Lenbachstraße vor – das bedeutet, dass im Bereich der „Zeil“ Autos künftig in beiden Richtungen verkehren. Die Fußgängerbereiche an den Seiten sollen baulich deutlicher abgehoben werden. An der nördlichen Stadteinfahrt könnte ein Kreisverkehr entstehen. Der Lenbachplatz wird verkehrsberuhigt und eventuell mit einem neuen Brunnen bestückt; Gastronomen können die Bewirtung in diesem Bereich ausdehnen.

Eine heftige Diskussion im Forum löste das Thema Parkmöglichkeiten aus. Die Grobplanung sieht eine Reduzierung der Parkplätze in der Innenstadt um fast 40% vor. „Ich sehe Schrobenhausen als Mittelzentrum langfristig gefährdet, denn die Bürger der Umlandgemeinden kommen nun mal nicht mit dem Fahrrad“, kritisierte Franz Demel, der in der Innenstadt ein Modegeschäft betreibt. „Zu dem Thema kamen viele sinnvolle Vorschläge“, so Moderatorin Stephanie Utz von der Beratungsagentur Identität & Image. Zum Beispiel könne man Langzeitparker in die obere Vorstadt „verbannen“ und durch Kurzzeitparkplätze eine höhere Wechselfrequenz im Stadtzentrum herbeiführen.

Trotz zahlreicher kritischer Stimmen bekam das Grobkonzept die grundsätzliche Zustimmung der anwesenden Bürgerschaft. Nun sollen die Anregungen eingearbeitet und die Planung baldmöglichst dem Stadtrat vorgelegt werden. „Ich schlage vor, dann bereits den Auftrag für die Detailplanung zu vergeben“, so Bürgermeister Karlheinz Stephan (CSU). Der Planungsprozess könnte somit bis Ende des Jahres abgeschlossen sein.