Ingolstädter Stadtrat beschließt Digitalisierungsstrategie

Ingolstadt (intv) Selbstfahrende Autos und menschenähnliche Roboter – Die Welt befindet sich in einem digitalen Strukturwandel. Oberbürgermeister Christian Lösel möchte diesen Zug nicht verpassen und hat daher eine 20-Punkte-Digitalisierungsstrategie für Ingolstadt zusammengestellt. Am Donnerstag-Nachmittag löste die Strategie im Stadtrat eine Grundsatzdiskussion aus.

Ingolstadt soll immer digitaler werden. Von KiTas über Mittelstandunternehmen bis hin zu einer eigenen Kunstszene – alle Lebensbereiche will Oberbürgermeister Christian Lösel in Ingolstadt digitaler machen. In seiner Rede räumt er ein, dass der Strukturwandel nicht ohne Probleme einhergehen wird. Der Stadtrat listet auch gleich welche auf. Ein dienliches Beispiel ist die Digitalisierung der Sparkasse für SPD-Fraktionsvorsitzenden Achim Werner. Denn Senioren, die mit Tablets Computer und Co nichts am Hut haben, hätten es nach der Abschaffung der Überweisungsautomaten enorm schwer.  Jürgen Siebicke von der BGI mahnt, dass in einer smarten Stadt auch alle Bürger mitgenommen werden müssten. Werner und Siebicke plädieren auch für mehr Transparenz in der Stadtpolitik. Angefangen bei einer Videoübertragung der Stadtratssitzungen, aber nicht einmal der Livestream darf zum nachhören gespeichert werden, bemängelt Petra Kleine aus der grünen Ecke. Sie hat in der Vergangenheit schon schlechte Erfahrungen mit Digitalisierungsvorschlägen beim Oberbürgermeister gemacht und fordert, dass die Vorschläge ihrer Fraktion in Zukunft Ernst genommen werden. Ein Experte der KU Eichstätt soll noch die Risiken der Digitalisierung bewerten. Dann stimmten alle Stadträte für die Digitalisierungsstrategie. Beim Thema KiTa-Gebührenerhöhung waren sich nicht alle einig, denn einige Stadträte wollen die Gebühren eigentlich komplett abschaffen Dennoch konnten CSU und Freie Wähler mit 2 UDI-Stimmen die Gebührenerhöhung ein Jahr nach hinten, auf September 2019 verschieben. Auch die Kammerspiele waren auf der Tagesordnung. Der Realisierungswettbewerb für den Bau geht in die nächste Runde. Die Sieger des ersten Wettbewerbs und weitere Architekten können bis Herbst ihre Bauvorschläge abgeben. Die Kammerspiele sollen entweder im Westen oder im Süden neben dem Stadttheater entstehen.
Ein Verbot für Wildtiere in Zirkussen auf städtischem Boden wurde nicht erlassen. Der Stadtrat möchte auf eine gesetzliche Regelung auf Bundesebene warten. Die soll laut Koalitionsvertrag demnächst kommen.