Ingolstadt ist bunt: Offenes Bündnis gegen Rechts

Ingolstadt (intv) Die täglich steigende Zahl an geflüchteten Menschen in Deutschland führt dazu, dass sich die Stimmung unter der Bevölkerung mehr und mehr ändert. Waren die Meinungen zu Beginn der Flüchtlingszuströme überwiegend positiv, werden nun kritische Stimmen immer lauter. Das Problem: diese kritischen Stimmen macht sich vor allem die Rechtsextreme Szene zu nutze und findet mehr und mehr Anhänger. Bayernweit entstanden darum zahlreiche Bündnisse, die Farbe bekennen. Gestern Abend zogen die Bürgerinnen und Bürger aus Ingolstadt nach.

Das Motto „Ingolstadt ist bunt“ haben sich die 20 Bündnispartner aus Politik, Einzelgewerkschaften, kirchlichen Vereinigungen und interessierten Gruppierungen gestern auf ihre Fahne geschrieben. In einem offenen Bündnis wollen die Vertreter der verschiedenen Vereinigungen für mehr Toleranz und und gegen Menschenfeindlichkeit werben. Das offene Bündnis will so schneller handlungsfähig sein, wenn rechtsextreme Kreise in Ingolstadt Protestkundgebungen oder Ähnliches planen. Dass der Handlungsbedarf für ein solches Bündnis groß ist, erläuterte Anna Bräsel von der Regionalen Beratungsstelle gegen Rechtsextremismus eingehend. Initiator der Veranstaltung ist der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB). Im Vorfeld wurden zahlreiche Organisationen angeschrieben, um so für eine breite Basis zu sorgen. Da es sich um ein offenes Bündnis handelt, können aber auch zu jedem späteren Zeitpunkt Interessierte beitreten.

„Ich würde mir wünschen, dass wir innerhalb des Bündnisses auf Augenhöhe zusammen arbeiten. Da geht es nicht um große oder kleine Organisationen, und es geht auch nicht darum parteipolitischen Streit zu finden, sondern es geht um Zusammenarbeit an einem wichtigen Thema. Und das wünsche ich mir“, erklärte der Regionsgeschäftsführer des DGB, Günter Zellner. Der gestrige Abend hat bereits gezeigt, dass das aufgrund der breiten Basis des offenen Bündnisses sicher nicht immer einfach wird. In drei Wochen tritt der Bündniskreis noch einmal zusammen. Dann sollen die Vertreter der Bündnispartner einen gemeinsamen Sprecher wählen.