Infoabend Asyl in Schrobenhausen

Schrobenhausen (intv) Seit vergangener Woche gehört auch Schrobenhausen zu den Städten, die Flüchtlingen aus Krisengebieten ein neues Zuhause auf Zeit gegeben haben. In der Bevölkerung tun sich deshalb eine ganze Menge Fragen auf, die gestern bei einem Informationsabend im Pfarrsaal St. Jakob beantwortet werden sollten. Zehn Vertreter von Stadt, Landkreis und zahlreichen beteiligten Organisationen stellten sich dem Wissensdurst der Schrobenhausener Bürger.

Landrat Roland Weigert (FW) war mit seinem Abteilungsleiter für Soziale Angelegenheiten, Roland Weingut, nach Schrobenhausen gekommen. Die Not-Erstaufnahmeeinrichtung, die in den Turnhallen des Neuburger Descartes-Gymnasiums eingerichtet worden war, werde voraussichtlich Ende der Woche geschlossen, so Weigert. Im Anschluss gehe es um eine Dezentrale Unterbringung der vielen Flüchtlinge. Zusätzlich sollen dem Landkreis pro Woche knapp 30 weitere Asylbewerber zugeteilt werden. Deshalb sei das Containerdorf, das derzeit in Schrobenhausen aufgebaut werde, nur der Anfang. „Bis zum Jahresende besteht ein Prozent unserer Bevölkerung aus Flüchtlingen“, prognostizierte Weigert.

Weingut klärte über die Arbeits- und Verdienstmöglichkeiten der Neuankömmlinge auf: 325 Euro erhalte ein alleinstehender Asylbewerber monatlich vom Staat gezahlt. Sämtliche Lebenshaltungskosten müssen davon bestritten werden. Drei Monate lang gilt ein Arbeitsverbot, lediglich gemeinnützige Arbeit oder ehrenamtliche Tätigkeit in Vereinen sei möglich.

Ehrenamtliche Helfer haben sich unterdessen auch in der Bevölkerung zusammengefunden. Ganze elf Helferkreise gibt es mittlerweile, die die Flüchtlinge im Notquartier der Stadthalle betreuen. Verstärkung sei aber weiterhin gefragt, sagt Joachim Siegl vom Verein Offene Türen: „Vor allem im Bereich Sprache und Übersetzung. Aber auch Kinderbetreuung und Freizeitgestaltung wird uns beschäftigen.“

Weitere Fragen, die aus der Bevölkerung kamen, betrafen die Sicherheit. „Können sich Terroristen der Organisation Islamischer Staat unter den Flüchtlingen befinden?“, wollte eine Zuhörerin wissen. Auszuschließen sei so etwas nie, so Landrat Weigert, aber die Sicherheitsvorkehrungen im Freistaat seien bereits bei der Einreise der Flüchtlinge sehr hoch. Klaus Rewitzer von der Polizeiinspektion Schrobenhausen räumte weitere Bedenken aus: „Auseinandersetzungen in Containerdörfern gibt es immer, weil viele Menschen auf engem Raum zusammenleben“, so der Dienststellenleiter. Diese beträfen aber die Bevölkerung nicht. Auch Sexualstrafdelikte träten angesichts der hohen Flüchtlingszahl vergleichsweise wenig auf. „Natürlich werden junge Frauen öfter mal angesprochen, aber wenn sie kein Interesse zeigen, sehen die ausländischen Männer von weiteren Anmachen schnell ab“, so Rewitzer. Die Polizeipräsenz im Stadtgebiet sei, den Kapazitäten entsprechend, verstärkt worden.

Pro Woche werden nun 30 neue Asylbewerber im Landkreis erwartet, die auf Schrobenhausen und die Umlandgemeinden verteilt werden müssen. Am 3. August sollen die Schrobenhausener Flüchtlinge dann in das Containerdorf an der Bürgermeister-Götz-Straße umziehen.