In Sektlaune

Ingolstadt (intv) In die Stichwahl ist sie nicht gekommen, doch das Ergebnis ist mehr als nur ein Achtungserfolg, die 28,5 Prozent von Veronika Peters knüpfen an bessere Zeiten der Ingolstädter SPD an, letztmals schaffte 1990 ein SPD-Kandidat diese Marke. Dementsprechend feierten die Genossen gestern abend „ihre“ Veronika. Die versprach auch gleich eine muntere Opposition für die nächsten sechs Jahre, denn eine Zusammenarbeit mit der neuen Stadtregierung ist am Tag danach nicht in Sicht, im Gegenteil:

Schon gestern abend schaltete der Fraktionsvorsitzende Hans Joachim Werner auf Angriff, das Ergebnis des FW-KAndidaten Peter Springl sei die Quittung für das 2008 eingegangene Bündnis mit der CSU, ein Wählerbetrug giftet Werner, hätten doch die Freien vor sechs Jahren im Wahlkampf noch die Gutsherrn-Art der CSU gegeißelt, nach der Wahl aber dann die Nähe zu demm Gutsherrn gesucht.

So kommt zur Sektlaune ein Vorgeschmack auf die muntere Opposition,Erfahrungsgemäß steht der neuen Fraktion erst einmal Selbstfindungsprozess bevor, ein internes Gerangel zwischen Platzhirschen und Newcomern um Posten und Positionen. Umso mehr als die positive Stimmung für die SPD zu insgesamt 10 Sitzen im Ingolstädter Stadtrat geführt hat. Von den bisherigen Stadträten wurden Anton Böhm, Klaus Mittermaier, Manfred Schuhmann, Thomas Thöne , Achim Werner, Petra Volkwein und Sabine Leiß wiedergewählt, neu in der Fraktion sind Veronika Peters, Jörg Schlagbauer und Robert Bechstädt.

Ironie des Schicksals: Der Mann der letztmalig ein ähnliches Ergebnis für die SPD eingefahren konnte, hat den Wiedereinzug in den Stadtrat verpasst. Franz Götz war 1990 OB-Kandidat, er bewarb sich jetzt auf der Liste der Freien Wähler um ein Mandat, allerdings ohne Erfolg.