Immer mehr Menschen von Obdachlosigkeit betroffen

Schrobenhausen (intv) Es ist sicherlich kein Luxushotel, das renovierungsbedürftige Mehrfamilienhaus im Schrobenhausener Ortsteil Edelshausen. Aber für Helmut M. (Name geändert) ist es die einzige Bleibe. Der 48-jährige ist seit 14 Jahren obdachlos und wird derzeit zusammen mit seiner Ehefrau in dem stadteigenen Gebäude untergebracht.

„Ich wurde 2001 aus einer Haftstrafe entlassen“, schildert M.; eine Wohnung sei ihm damals zwar zugesichert worden, aber seitens des Vermieters kurzfristig abgesagt. „Es kamen fadenscheinige Ausreden“, so der Schrobenhausener. Seitdem sei es schwierig, auf dem Wohnungsmarkt überhaupt Fuß zu fassen.

Diese Erfahrung macht auch Stefanie Buchner-Joppich, die die Abteilung Wohnungslosenhilfe des Caritasverbandes Neuburg-Schrobenhausen leitet: „Wir coachen die betroffenen Personen und versuchen zum Beispiel, sie fit für das Auftreten gegenüber Vermietern zu machen.“ Dennoch sei die Lage angespannt; die Zahl der Obdachlosen in Schrobenhausen stieg erst im Januar von 18 auf 20. Deutschlandweit sagen Schätzungen bis zum Jahr 2016 rund 380.000 Wohnungslose im Bundesgebiet voraus. Hohe Mieten, ein verlorener Job, Verarmung oder Zwangsräumung seien mögliche Gründe für Wohnungslosigkeit, so Buchner-Joppich.

Projekt zur Wohnungsfindung

In Zusammenarbeit mit der Stadt Schrobenhausen konnte die Caritas im städtischen Haushalt 2015 nun ein neues Projekt unterbringen: „Leerstandsmanagement“. Damit soll es Vermietern schmackhaft gemacht werden, derzeit leere Privatwohnungen auf den Markt zu bringen und an die Stadt zu vermieten. „Wir übernehmen also die Mietzahlungen und sorgen auch für die Renovierung nach Auszug der Obdachlosen“, erklärt Bürgermeister Karlheinz Stephan (CSU). Meldungen nimmt ab sofort das Ordnungsamt der Stadt Schrobenhausen unter Tel. 08252-90223 oder per Email entgegen.

Stadtratsentscheidung kommenden Dienstag

Am 24. Februar nun soll der Schrobenhausener Stadtrat eine verbindliche Entscheidung für die kurzfristige Unterbringung von Obdachlosen treffen. Zur Debatte steht der Bau eines Obdachlosenheims für rund 800.000 Euro oder das Errichten einer Containerlösung, was mit rund 300.000 Euro zu Buche schlagen würde.

Wenn Helmut M. wählen dürfte, würde er für den Neubau plädieren: „Obdachlose sind schließlich auch Menschen und keine Nummern, die man in irgendeine Akte steckt“, so der 48-jährige Edelshausener.

Einen ausführlichen Bericht zum Thema Obdachlosigkeit sehen Sie am 20. Februar in unserer Sendung Studio Schrobenhausener Land.

 

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